Ulrich Peukmann mit 65 Jahren gestorben - Ein Feuerwehrmann „in dritter Generation“

mlzEhemaliger Kreisbrandmeister

Er war einst Chef der Freiwilligen Feuerwehren in Schwerte, dann 15 Jahre lang ehrenamtlicher Kreisbrandmeister. Jetzt ist Ulrich Peukmann gestorben - im Alter von nur 65 Jahren.

Schwerte

, 29.07.2019, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er war stark verwurzelt - in seiner Geburtsstadt Schwerte ebenso wie in der Feuerwehr-Gemeinschaft. Ulrich Peukmann war Feuerwehrmann in dritter Generation, war Chef der Freiwilligen Feuerwehren, erst in Schwerte, dann 15 Jahre lang im ganzen Kreis Unna.

Im Alter von 65 Jahren ist er am Sonntag gestorben - und das berührte viele Menschen, die im Laufe der Jahre mit ihm zusammenarbeiteten. Landrat Michael Makiolla, der Peukmann im Februar 2018 nach 15 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Kreisbrandmeister verabschiedete, äußerte sich am Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite betroffen: „Gerade habe ich vom Tod von Uli Peukmann erfahren. Er war viele Jahre unser Kreisbrandmeister und hat in den vielen Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die Sicherheit der Menschen im Kreis Unna Vorbildliches geleistet und viele schwierige Brandeinsätze souverän gemeistert. Sein Tod macht mich und alle, die ihn in der Kreisverwaltung kannten und schätzten, zutiefst betroffen. Mein tief empfundenes Mitgefühl und Beileid gilt seiner Familie.“

Feuerwehrmann „in dritter Generation“ und Betriebsrat bei Theile

1970 trat Peukmann in die Feuerwehr ein - als Jugendlicher noch und „in dritter Generation“, wie er einmal gegenüber unserer Redaktion betonte: „Vorher gab es keine Feuerwehr.“

Nach seiner Metallfacharbeiterlehre bei Ketten Theile blieb er dem Betrieb treu, wurde 1979 freigestellter Betriebsrat. Im selben Jahr wurde er Brandmeister, wenige Jahre später dann Löschgruppenführer in Villigst. Peukmann wurde Ausbilder und übernahm schnell Verantwortung. 1987 wurde er Zugführer beim Löschzug II (Ergste/Villigst), Ende 1989 dann Stadtbrandmeister für Schwerte, also Chef aller Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet.

Kreisbrandmeister von 1993 bis 2018

1993 suchte man im Kreis Unna einen Kreisbrandmeister - und fand Peukmann. Erst für sechs Jahre, dann für viele weitere. Erst nachdem er im Oktober 2017 mit Vollendung des 63. Lebensjahres aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausgeschieden war, legte Peukmann auch die ehrenamtliche Tätigkeit als Kreisbrandmeister nieder: im Februar 2018.

Ein Ausdruck seiner vielen Verdienste rund um das Feuerwehrwesen war die Auszeichnung mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber (1995) und Gold (2005) und dem Ehrenzeichen in Silber für 25-jährige bzw. in Gold für 35-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr.

Ulrich Peukmann mit 65 Jahren gestorben - Ein Feuerwehrmann „in dritter Generation“

So sah es 1990 aus, als die Zeitungsfotos leider noch schwarzweiß waren: Ulrich Peukmann (damals 36) erhielt einen Feuerwehr-Trabi. © Oskar Neubauer

Auszeichnungen sind eins, Erinnerungen und Anekdoten das andere. Wie groß die Wertschätzung der Kameraden war, zeigt sich anhand eines Fotos aus dem Oktober 1990. Da überraschte die Schwerter Feuerwehr ihren Stadtbrandmeister mit einem feuerrot umlackierten Trabi. Als Alarm ertönte, eilte Peukmann los. Und war später begeistert, als er bei seiner Rückkehr nach dem „blinden Alarm“ zu Hause nicht mehr sein Auto vorfand, sondern den „Feuerwehr Schwerte“-Trabi, passend mit Leiter.

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