Trauer um Gerhard Kochs (80†): Botaniker, Vogel-Experte, Erklärer

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Die Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz – Agon Schwerte – vermeldet den Tod ihres Mitglieds Gerhard Kochs. Der Botaniker war durch seine Exkursionen vielen Schwertern bekannt.

Schwerte

, 28.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der langjährige Botaniker der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon) Schwerte, Gerhard Kochs, starb bereits am 8. Juli (Mittwoch) im Alter von 80 Jahren. Kochs war auch als ebenso guter Ornithologe bekannt. Er kartierte zum Beispiel bei den monatlichen Wasservogelzählungen an der Ruhr nicht nur die Wasservögel, sondern alle Vögel, die er hörte oder durchs Fernglas sah.

„Er war einfach mit seinem umfangreichen Naturwissen ein Naturkundler, wie man ihn bei allem Drang zur Spezialisierung heute kaum noch findet“, schreibt Dieter Ackermann von der Agon Schwerte.

Auch wenn es darum ging, Knödel für den Weihnachtsmarkt zu formen, auf dem Ebberg im Naturschutzgebiet Landschaftspflege zu betreiben, war er so oft er konnte, dabei.

Spannende Vorträge zur Botanik

In besonders lebhafter Erinnerung haben die Mitglieder der Agon seine sachkundigen Vorträge zur Botanik, zur Flora der Alpen, zur Astronomie und zur Koevolution bei Pflanzen und Insekten. Dabei geht es um die gemeinsame Entwicklung von Pflanzen und den Bestäubern ihrer Blüten.

Sein größter Verdienst aber waren in den Augen der Agon-Mitglieder die zahlreichen Exkursionen in die Schwerter Botanik. Gerade bei diesen Ausflügen war der pensionierte Biologie-Lehrer in seinem Element.

Im Agon-Kalender hatte Gerhard Kochs wiederkehrende Einträge. In diesem Jahr musste Corona-bedingt der Ausflug ins Naturschutzgebiet Elsebachtal ausfallen. Dort dokumentierte Kochs die Entwicklung des Lebensraums, der charakteristisch für das Sauerland ist.

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Die Namen der Pflanzen

Ebenfalls einmal im Jahr führte er Naturinterressierte über den Standortübungsplatz Holzwickede-Hengsen. Während die Vogelkundler nach dem Neuntöter Ausschau hielten, erkundete er die Pflanzen des Bundeswehrgeländes.

Er nannte bei diesen und ähnlichen Ausflügen nicht nur die Namen der Pflanzen, sondern zeigte den Teilnehmern auch Einzelheiten, sie zu erkennen und sie von ähnlichen Gewächsen zu unterscheiden.

Und wenn die Namen etwas kompliziert waren, hatte er gleich die passende „Eselsbrücke“ parat, mit denen man sie sich merken kann. Mehr als 600 Pflanzenarten aus der heimischen Natur konnte Gerhard Kochs differenzieren.

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„Die Agon wird Gerhard nicht vergessen“, schreibt Dieter Ackermann. „Wir können ihn auch gar nicht vergessen, denn jede Wildblume wird wieder eine Erinnerung an ihn und die gemeinsamen wunderschönen Stunden draußen in freier Natur ins Gedächtnis rufen.“

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