Überall Kippen und Pizzakartons: Trinker-Szene stört Ruhe am Postplatz

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Der Postplatz könnte ein schöner Aufenthaltsort für Besucher der Schwerter City sein. Doch die Trinkerszene stört für viele die mögliche Idylle. Ein Anwohner berichtet.

Schwerte

, 15.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da fällt es schwer tolerant zu bleiben. Niemand fühlt sich wohl in der Nähe von Menschen, die Alkohol trinken, laut sind, in Öffentlichkeit ihre Notdurft verrichten und Müll hinterlassen – so schildert es ein Anwohner des Postplatzes, der seinen Namen aber lieber nicht nennen möchte.

In der Schwerter Innenstadt hat sich der Postplatz zu dem Ort entwickelt, an dem es immer wieder zu solchen Szenen kommt. Der Anwohner ist frustriert und macht seinem Unmut Luft.

„Es ist jeden Tag das gleiche Schauspiel“, sagt er. „Die Trinker kommen morgens und dann wird gezecht. Irgendwann kommen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und verjagen sie. Dann kommen sie wieder und werden dann von der Polizei verjagt.“

Pizza-Kartons flogen durch die Gegend

An Tagen, an denen Polizei und Ordnungsamt nicht aufpassen, bleiben die Trinker bis abends und dann werde auch schon mal die Musik lauter, so der Anwohner. Zuletzt sei das am Samstagabend (11. Juli) passiert. „Da wurde richtig laut gefeiert und die Pizza-Kartons flogen durch die Gegend.“

Lärm ist ein Problem, Müll ist ein Problem und Fäkalien sind ein Problem, berichtet der Mann. „Was getrunken wird, muss auch wieder ausgeschieden werden.“ Die ungebetenen Besucher urinieren laut des Zeugen vor allem an der Kastanie auf dem Postplatz. „Kein Wunder, dass die eingeht.“

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Aber es gebe weitere wilde Toiletten. Die Rückseiten der Post und der Volksbank seien betroffen, genauso wie die kleinen Gassen zwischen den Häusern am Postplatz.

Überall Müll trotz täglicher Reinigung

Auch der Müll ist allgegenwärtig. Es sind vor allem die Kronkorken von Bierflaschen, die auf dem Boden glänzen – und Zigarettenkippen. Und dabei werde dieser Bereich von den Mitarbeitern der Stadt Schwerte täglich gereinigt, wie Stadtsprecher Ingo Rous berichtet.

Überall auf dem Postplatz, hier auf einer Baumscheibe findet man die eindeutigen Hinterlassenschaften der Trinkerszene.

Überall auf dem Postplatz, hier auf einer Baumscheibe findet man die eindeutigen Hinterlassenschaften der Trinkerszene. © Holger Bergmann

Ebenso täglich besuchen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei im Rahmen der Ordnungs-Partnerschaft den Postplatz. „Wer zu laut ist, bekommt einen Platzverweis“, berichtet Polizeisprecherin Vera Howanietz.

Wer gegen einen Platzverweis verstößt, muss damit rechnen, in Gewahrsam genommen zu werden. Seit dem 1. Mai habe es keine Strafanzeige mehr am Postplatz gegeben.

Bänke werden instand gesetzt

Der Anwohner, der sich an diese Redaktion gewendet hat, lobt die Maßnahme der Stadt Schwerte, die Sitzflächen der Bänke am Postplatz abzumontieren.

Doch das sei nicht geschehen, um die Trinker-Szene vom Verweilen abzuhalten, betont Stadtsprecher Ingo Rous erneut. „Die Sitzelemente wurden zur Instandsetzung in den Baubetriebshof gebracht.“ Aufgrund der Corona-Krise sei aber nicht abzusehen, wann die Elemente repariert und wieder angebracht werden könnten.

Mitglieder der Postplatz-Szene, die am Mittwochmittag dort anzutreffen waren, dementieren die Vorwürfe. Die meisten wohnten in der Nähe und gingen für den Toilettengang kurz nach Hause. Der herumliegende Müll käme von anderen, die sich abends am Postplatz treffen, wenn die Gruppe schon heimgekehrt sei.

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