Trockenheit macht sich bemerkbar: Extremer Sommer steht vor der Tür

mlzKein Regen

Wenig Regen im März, noch kein Regen im April. Dazu viel Sonne und trockene Luft. Das Wetter und die Trockenheit sorgen für Veränderungen, die nicht nur die Landwirte betreffen.

Schwerte

, 25.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Regenwolke wurde in Schwerte schon lange nicht mehr gesichtet. Dass die Böden bereits vor dem Sommer völlig ausgetrocknet sind, beschäftigt nicht nur die Landwirte und Förster in der Stadt.

Landwirte befürchten extremen Sommer

„Es regnet schon seit sechs Wochen nicht mehr“, klagt Bernd Schulte, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins. „Im Winter hat es viel geregnet, das war auch gut so. Aber jetzt ist es schon mächtig trocken“, findet der Landwirt.

Dabei käme neben dem fehlenden Regen ein weiterer Faktor hinzu, der die Trockenheit noch begünstigt: „Der Ostwind verdunstet viel Wasser und trocknet die Pflanzen aus.“ Das liegt an der geringen Luftfeuchtigkeit dieses Windes, der für die Landwirte so zum Problem wird.

Laut Schulte sei es in den vergangenen Jahren zur gleichen Zeit nicht so trocken gewesen, wie in diesem Jahr. „Als in den letzten Jahren die Trockenheit einsetzte, waren die Pflanzen im Wachstum schon weiter.“ Bernd Schulte befürchtet, dass der kommende Sommer also noch extremere Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben könnte, als die vergangenen.

Landwirt Bernd Schulte hatte in den vergangenen Jahren bereits mit der Trockenheit zu kämpfen.

Landwirt Bernd Schulte hatte in den vergangenen Jahren bereits mit der Trockenheit zu kämpfen. © Foto: Reinhard Schmitz

Es bleibe nur zu hoffen, dass es bald wieder regne, denn: „Bewässerung ist hier in der Gegend nicht üblich und technisch ist auch niemand dafür ausgestattet.“ Von den Investitionen, die dafür getätigt werden müssten, ganz zu schweigen.

Stauseen noch voll, Flüsse mit Niedrigwasser

Beim Ruhrverband beobachtet man die Entwicklungen genau. „Wir haben die Situation im Auge, denn wir wissen aus den vergangenen Sommern, was uns noch erwarten kann“, sagt Sprecherin Britta Balt. Deshalb wolle man auch sorgfältig haushalten und nur so viel Wasser wie nötig aus den Talsperren lassen.

Der Ruhrverband sorgt neben der Trinkwasserversorgung dafür, dass Flüsse wie die Ruhr immer ausreichend Wasser führen. Das wird über den Zufluss der Talsperren gewährleistet.

„Aktuell müssen wir unsere Zuschusspflicht erfüllen, das heißt, wir lassen mehr Wasser aus den Talsperren ab, als hinein läuft.“ Dank des regenreichen Februars sei der Füllstand der Talsperren allerdings auch etwas höher, als sonst im April üblich.

Der Wasserstand der Flüsse weist dagegen ein anderes Bild auf. Aktuell liegt der Wasserpegel der Ruhr in Villigst bei etwas über einem Meter. Vor genau zwei Monaten – im verregneten Februar – lag der Pegel zeitweise bei 3,5 Metern. „Wir bewegen uns gerade im Niedrigwasserbereich“, merkt Britta Balt an.

Feuerwehr warnt vor Waldbrandgefahr

Wilhelm Müller von der Schwerter Feuerwehr muss für dieses Jahr noch keinen durch Trockenheit bedingten Einsatz verkünden. „Es gab bisher zum Glück weder Einsätze wegen Flächenbränden noch wegen Gebüschbränden.“

Da diese Gefahr aber grundsätzlich besteht, schließt er sich den Hinweisen an, die der Kreisbrandmeisters aufgrund der aktuellen Lage veröffentlichte. Dort wird aufgrund der Waldbrandgefahr unter anderem auf das Rauchverbot im Wald vom 1. März bis 31. Oktober hingewiesen.

Neben einer Waldbrandgefahr haben die Waldbauern vor allem damit zu kämpfen, dass sich die Fichten wegen der Trockenheit nicht mehr vermarkten lassen.

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Verkauf von Bewässerungszubehör steigt

Christian Pötschke stellt in seinem Gartencenter auch Veränderungen aufgrund der Trockenheit fest. So müssten die Pflanzen dort mehr gegossen werden, was sich allerdings in Grenzen halte: „Der Verkauf ist im Frühjahr stärker als im Sommer, also bleiben die Pflanzen gerade nicht lange bei uns.“

Dass das Thema Trockenheit dann auch die Kunden beschäftigt, zeigt sich am aktuellen Kaufverhalten: „Man merkt, dass mehr Kunden im April Bewässerungsanlagen kaufen.“

Auch beim Sortiment werde sich angepasst. Beim Angebot für Baumschulen und bei der Auswahl der Stauden werde darauf geachtet, dass die Pflanzen resistent gegen Trockenheit sind. Der Sommer steht erst noch bevor.

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