Trotz Insolvenzantrag: Arbeit soll bei Hoesch Schwerter Profile im Januar wieder starten

mlzWirtschaft in Schwerte

Die Kunden erhalten. Das ist jetzt eine der wichtigsten Aufgaben. Nach der Weihnachtspause soll die Produktion am 7. Januar wieder starten. Auch eine Belegschaftsversammlung ist terminiert.

Schwerte

, 30.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arbeit geht weiter, auch wenn Hoesch Schwerter Profile am 19. Dezember einen Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt hat. „Aus heutiger Sicht wird die Produktion am 7. Januar wie geplant wieder starten“, sagt der Geschäftsführer der Industriegewerkschaft (IG) Metall in Hagen, Jens Mütze. Derzeit herrsche der übliche Werksstillstand über die Weihnachts- und Neujahrstage, der für Wartungs- und Reparaturarbeiten genutzt wird.

Trotz Insolvenzantrag: Arbeit soll bei Hoesch Schwerter Profile im Januar wieder starten

Derzeit ist es still auf dem Werksgelände von Hoesch Schwerter Profile. Es herrscht der übliche Werksstillstand über die Feiertage, der zur Wartung der Anlagen genutzt wird. © Reinhard Schmitz

Unterdessen sichtet der vom Amtsgericht Hagen eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, der Dortmunder Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele, die Akten, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. „Es ist vereinbart, am 2. Januar mit dem Gläubigerausschuss zusammenzukommen“, berichtet Jens Mütze. Die Mitarbeiter wollten Insolvenzverwalter, Geschäftsführung und IG Metall am Montag, 13. Januar, über die nächsten Schritte informieren. In der Rohrmeisterei soll dann die Belegeschaftsversammlung stattfinden, die vor Weihnachten zweimal abgesagt worden war.

Die Kunden müssen erhalten bleiben

Erste Priorität - so der IG-Metall-Geschäftsführer weiter - habe es derzeit, die Kunden zu informieren, dass es weitergeht: „Wir müssen gucken, dass uns die Kunden erhalten bleiben.“ Die müssten sich darauf verlassen können, dass der Betrieb ein verlässlicher Partner bleibe, der die Ware pünktlich und auf einem hohen Qualitätsniveau herstelle. „Wir sind guter Dinge“, erklärt Jens Mütze: „Die Belegschaft ist hoch motiviert.“

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Die Löhne sind laut IG Metall für drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert. Bis dahin müsse man ein Konzept für eine ruhigere Zukunft des Betriebs entwickeln. „Es geht weiter darum, eine Liquiditätslinie hinzubekommen, um in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Daran sind alle bemüht“, sagt Jens Mütze und zählt unter anderem das Land und die Sparkasse Schwerte auf: „Wir sind guter Dinge.“

Die Ursprünge des Betriebs reichen bis ins Jahr 1745 zurück

Auf eine positive Zukunft hoffen auch die 394 Mitarbeiter und 18 Auszubildenden von Hoesch Schwerter Profile, das zu den ältesten Montan-Unternehmen in Deutschland zählt. 1745 in Menden-Rödinghausen gegründet, wurde es ab 1868 wegen des Eisenbahnanschlusses nach Schwerte verlagert. In Hochzeiten - zuletzt um 1970 - bot es einmal rund 1600 Arbeitsplätze.

Seit 2006 gehört Hoesch Schwerter Profile zur italienischen Calvi-Gruppe. Das angeschlossene Presswerk wurde 2016 in eine eigenständige Gesellschaft, die Hoesch Schwerter Extruded Profiles GmbH (HSEP), ausgegliedert. Diese Firma, in der laut Jens Mütze weitere rund 100 Beschäftigte arbeiten, ist von der Insolvenz nicht betroffen. Allerdings sei Hoesch Schwerter Profile ihr zweitwichtigster Kunde.

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