Einen ganzen Rollwagen voller leuchtender Christsterne übergaben (v.l.) Christian und Markus Pötschke an den Leiter des Klara-Röhrscheidt-Hauses, Stefan Weizmann. Pflegedienstleiter Thomas Buschmann (hinten) half beim Abladen. © Reinhard Schmitz
Corona-Lockdown

Trotz Verkaufserlaubnis im Lockdown: Schwerter Gartencenter verschenkt 700 Pflanzen

Es war ein beeindruckendes Bild, als der Rollwagen voller Topfblumen vom Lkw geschoben wurde. 700 Blühpflanzen verschenkt ein Schwerter Gartencenter – obwohl es im Lockdown nicht schließen muss.

Klassisch dunkelrot, aber auch rosa und weiß, manche sogar in zwei Farben marmoriert: In allen Tönen leuchteten die prächtigen Weihnachtsterne durch den trüben Donnerstagmorgen. Ein helles Licht der Freude sollten sie in dieser tristen Coronazeit zu Menschen bringen, die ganz besonders unter den Kontaktbeschränkungen mit ihren Angehörigen leiden müssen: Den Bewohnern dreier Altenheime wollte das Gartencenter Pötschke eine besondere vorweihnachtliche Freude bereiten.

Sozialbetreuung übergibt jedem Bewohner persönlich eine Pflanze

Rund 700 Blühpflanzen – darunter neben Weihnachtssternen auch Alpenveilchen – hatten die Geschäftsführer Christian und Markus Pötschke in ihren großen LKW gepackt, mit dem sie persönlich am Klara-Röhrscheidt-Haus an der Ostberger Straße vorfuhren. Für die Umstehenden war es ein beeindruckendes Bild, als von der Ladebühne ein ganzer Rollwagen voller Topfblumen vor den Haupteingang des evangelischen Altenpflegeheims geschoben wurde.

„So viele tolle Sterne“, staunte Heimleiter Stefan Weizmann, als ihm die rund 200 blühenden Weihnachtsboten übergeben wurden: „Ich denke, unsere Bewohner werden sich sehr darüber freuen.“ Man werde die Pflanzen auf die Bewohnerzimmer verteilen: „Jedem werden sie persönlich von unserer Sozialbetreuung in die Hand gedrückt. Das wird eine tolle Freude sein.“

Noch zwei weitere Altenheim in Sölde und Letmathe beschenkt

Genau das war die Absicht von Christian Pötschke, als ihn am Montag die Nachricht vom bevorstehenden Lockdown für sein Gartencenter in Lichtendorf ereilte: „Da hieß es noch, wir müssen schließen.“ Spontan hatten er und sein Bruder sich damals entschieden, dass die vielen Blühpflanzen, die noch so prächtig in seinem Gewächshäusern standen, nicht ungenutzt vor sich hin welken sollten.

Sie wollten sie an drei Seniorenheime verschenken. Neben dem Klara-Röhrscheidt-Haus in Schwerte dachten sie an das Rosenheim in Dortmund-Sölde und das Haus St. Kilian in Iserlohn-Letmathe.

Gartencenter Pötschke ist seit vier Generationen in Familienhand

Als dann die überraschende Wende bei der Coronaschutz-Verordnung kam und den Topfplanzen- und Schnittblumenverkauf in Gartencentern weiterhin erlaubte, blieb Christian Pötschke bei seinem Plan: „Das haben wir natürlich nicht zurückgenommen.“ Auch wenn für den Verkauf jetzt rasch neue Pflanzen im Großhandel bestellt werden mussten, damit für die Kunden die gewohnt reichhaltige Auswahl bereitsteht. Geöffnet ist für sie sogar noch am Heiligen Abend (24.12.) von 9 bis 13 Uhr.

„Vielen lieben Dank“, sagte Stefan Weizmann. Den nahmen Christian und Markus Pötschke gern mit in ihr Gartencenter, das sie als Geschäftsführer schon in vierter Familiengeneration leiten. Den Grundstein hatte ihr Urgroßvater Gerhard Pötschke 1957 am Overberger Weg 11A gelegt.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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