Die Klima-Allianz Schwerte ist der Dachverband örtlicher Umweltverbände. Auch Fridays for Future ist dabei. © dpa
Klima-Allianz Schwerte

Tun Sie genug gegen den Klimawandel? Allianz will persönliche Stellungnahme aller Ratsmitglieder

Wird in Schwerte zu viel Landschaft zugebaut? Die Schwerter Klima-Allianz meint ja und appelliert an die Ratsmitglieder. Die sollen sich jetzt persönlich zu diesem Thema positionieren. Und zwar jeder einzeln.

Flächenversiegelung ist ein Treiber für den Klimawandel und vor allem bei Starkregen eine Gefahr. Mit dieser Einschätzung ist die Klima-Allianz Schwerte beileibe nicht allein. Doch ob ihr Appell an die Mitglieder des Rates, weniger Flächen zu versiegeln, Früchte trägt, davon sind die Mitglieder offensichtlich nicht so ganz überzeugt.

Deshalb haben sie neben dem Appell auch eine Umfrage verfasst. In der bitten sie alle Mitglieder des Rates, persönlich zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Noch bis 25. August können die Kommunalpolitiker Stellung beziehen.

Die Grundfrage ist einfach:

  • „Ja, ich teile die Auffassung, dass Klimaschutz erste Priorität haben muss und vor jedem Bauvorhaben alle Möglichkeiten, Flächenverbrauch im städtischen Umfeld zu vermeiden oder zu minimieren, überprüft und ausgeschöpft werden müssen.“

Oder man positioniert sich gegenteilig:

  • „Nein, die städtische Entwicklung und der Neubau von Wohnungen und Eigenheimen sowie der Ausbau von Gewerbeflächen in Schwerte muss Vorrang haben, damit die Einwohnerzahl und die Anzahl der Arbeitsplätze in Schwerte wieder wächst.“

Man kann aber auch eine eigene Begründung angeben. „Wir haben die Umfrage an die Fraktionen geschickt“, erklärt Dr. Matthias Geck. Die solle die an ihre Mitglieder verteilen. Die Antworten sollen dann ausgewertet werden.

Dass die Antwort 2 beim Bündnis nicht besonders gut ankommt, machten die Autoren aber auch schon im Anschreiben deutlich. „Wir würden uns wünschen, dass der Schutz unserer Umwelt und damit die Zukunft unserer Kinder- und Enkelgeneration einen bedeutend höheren Stellenwert bekommt“, heißt es da.

„Bebauung von Feldern ist gravierend“

Und in dem Appell steht: „Eine Bebauung von bislang landwirtschaftlich genutztem Gebiet oder Grünflächen stellt einen gravierenden Eingriff in das heutige und künftige Klima in Schwerte und Umgebung dar. Nachdem sich der Rat der Stadt mit der Einsicht in den Klimanotstand dafür ausgesprochen hat, sämtliche Maßnahmen auf ihre Klimaverträglichkeit zu prüfen, sollte jegliche derartige Änderung des Bebauungsplans eingehend auf seine Klimafolgen analysiert und grundsätzlich nach Alternativen gesucht werden.“

Die Klima-Allianz Schwerte hatte sich im Frühjahr gegründet. Sie vereinigt Organisationen und Privatleute, die sich dem Klimaschutz verschrieben haben und versteht sich als Dachorganisation.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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