Überdurchschnittlich viele Ärzte in Schwerte – Warum sind die Wartezimmer trotzdem voll?

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In der Theorie ist die Arztversorgung in Schwerte gut. Warum es aber doch zu vollen Wartezimmern kommt, hat einen anderen Grund. Und in einem Fachbereich gibt es tatsächlich zu wenig Ärzte.

Schwerte

, 19.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen sind ungleich verteilt. In den ländlichen Gebieten des Landes kommen fast achtmal so viele Menschen auf eine Facharztpraxis wie in der Stadt – bei Allgemeinmedizinern sind es etwa doppelt so viele. Heißt: Wer auf dem Land lebt, für den gestaltet sich die Suche nach einem Arzt deutlich schwieriger. Und man verbringt eben auch mehr Zeit im Wartezimmer.

Das ergab eine aktuelle Statistik von IT.NRW – doch wie sieht die Verteilung in Schwerte aus?

Insgesamt 32 Hausärzte gibt es in Schwerte

Die Versorgungsdichte gibt in Prozent an, wie viele Ärzte auf die Gesamteinwohnerzahl einer Stadt kommen. Übersteigt die Versorgung 100 Prozent, gilt eine Stadt als überversorgt. Alles darunter ist ein Anhaltspunkt auf eine Unterversorgung.

„In puncto Allgemeinmedizin ist Schwerte überversorgt“, erklärt Ärztesprecher Jörg Rimbach. „Mit 32 Hausärzten auf knapp 46.000 Einwohnern entspricht das einer Versorgungsdichte von 125,3 Prozent.“

Bei Fachärzten gibt es nur einen Ausreißer

Allgemeinmedizinisch ist Schwerte also vergleichsweise sehr gut versorgt. Und auch ein Fachärztemangel ist im Gegensatz zu Sauerland oder Münsterland in Schwerte nicht zu erkennen. „Schaut man sich die Versorgung für die einzelnen Fachrichtungen an, ist die Quote bei fast allen über den nötigen 100 Prozent“, berichtet Rimbach.

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Die höchste Versorgung bestehe mit 135 Prozent, also einer deutlichen Überversorgung, in der Gynäkologie. Doch es gibt auch einen Ausreißer nach unten. Neurologen sind in Schwerte unterrepräsentiert. Mit 89 Prozent bestehe eine Unterversorgung. Das sei aber im Hinblick auf die gute Versorgung im nahen Dortmund kein Problem.

Patienten aus der Umgebung kommen nach Schwerte

Warum ist dann bei vielen Ärzten das Wartezimmer so voll? „Auf dem Land sieht das alles allerdings deutlich schlechter aus“, warnt Jörg Rimbach. Das führt dazu, dass viele Leute aus kleineren Orten in der Umgebung für ihren Arztbesuch nach Schwerte kommen.

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Trotz der vermeintlichen Überversorgung könne es in den Wartezimmern der Schwerter Arztpraxen also dennoch voll werden.

Auch wenn Schwerte als Kleinstadt laut Statistik eher zu den gefährdeten Gebieten mit dünner Besiedlung zählt, kann es in Sachen ärztlicher Versorgung mit Nordrhein-Westfalens Großstädten mithalten. In Dortmund kommen beispielsweise knapp 3300 Patienten auf einen Hausarzt – in Schwerte sind es etwa 1450.

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