Coronatest in der Turnhalle der Gesamtschule am Gänsewinkel. © Heiko Mühlbauer
Covid 19

Unter 30 – über 50 Jahre: Wie alt die Corona-Infizierten in Schwerte sind

Während in der ersten Corona-Welle nur wenige Schwerter starben, steigt die Zahl der Todesfälle seit Ende November stark an. Infektionen und Todesfälle nach Altersgruppen aufgeschlüsselt.

31 Menschen starben in Schwerte an oder mit dem Coronavirus (Stand Freitag 13 Uhr). Gemessen an den anderen Städten im Kreis sind das relativ viele Todesopfer. Nur das doppelt so große Lünen muss mehr Corona-Tote beklagen. Bei der Zahl der Menschen, die sich während der gesamten Pandemie infiziert haben, liegt Schwerte kreisweit hingegen gleichauf mit Kamen auf dem vierten Platz. 1019 Infizierte zählte man am Freitag. In Lünen waren es über 3200 und in Bergkamen über 1500 Menschen. Und auch in der Kreisstadt Unna gab es insgesamt deutlich mehr Infektionen als in Schwerte.

Kein aktueller Ausbruch in einem Schwerter Pflegeheim

Warum sterben also verhältnismäßig viele Menschen in der Ruhrstadt an oder mit der Infektion? Eine echte Antwort hat man beim Kreis, in dessen Gesundheitsamt die Zahlen und Daten zusammenlaufen, nicht. „Es ist aber noch keine ungewöhnliche Häufung“, betont Kreissprecher Max Rolke.

Auffällig ist auch, dass in Schwerte nahezu ausschließlich sehr alte Menschen in der Statistik der Corona-Opfer auftauchen. Doch aktuell ist kein Schwerter Pflegeheim betroffen. Den letzten Fall habe man im Dezember in so einer Einrichtung erfasst. Theoretisch könnten die Todesfälle der vergangenen Tage noch auf diesen Ausbruch zurückzuführen sein. Grundsätzlich glaubt Rolke aber, dass es mehr an den weiterhin hohen Infektionszahlen liegt.

Und wo die herkommen, dafür gibt es immer noch keine Erklärung. Das Virus breite sich weiterhin sehr diffus aus, Hotspots seien quasi nicht mehr auszumachen. Und das trotz des nun schon Wochen andauernden Lockdowns.

In anderen Städten des Kreises habe es in der jüngeren Vergangenheit auch immer wieder mal Coronatote gegeben, die deutlich Jünger als 70 Jahre alt waren. Doch der Großteil der Opfer stammt aus der Altersgruppe der über 80-Jährigen.

Das entspricht auch der Statistik, die das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein Westfalen erhebt. Von den 251 Verstorbenen im Kreis, die Covid19 hatten, waren 164 älter als 80 Jahre. Weitere 53 stammten aus der Altersgruppe 70 bis 79 Jahre. Nur 12 Menschen, die mit oder an Corona im Kreis Unna starben, waren jünger als 60 Jahre.

Junge Leute und Babyboomer häufig infiziert

Bei der Altersgruppe der Infizierten sieht das hingegen ganz anders aus: Hier sind rein zahlenmäßig die 20- bis 29-Jährigen mit 1747 bestätigten Fällen die am häufigsten betroffene Altersgruppe. Allerdings dicht gefolgt von der Baby-Boomer-Generation (50 bis 59 Jahre) mit 1699 bestätigten Fällen. Damit entspricht der Kreis Unna dem Landestrend. Denn auch dort stellte man fest: Der überwiegende Teil der an und mit Corona gestorbenen Menschen ist über 80 Jahre alt, während der überwiegende Teil der Infizierten deutlich jünger ist.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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