Die Weihnachtsbriefe von Britta Hesselbach-Komander kamen nicht an. © HWK Dortmund
Dialogpost

Unternehmerin: Rund 6000 Weihnachtsbriefe verschwunden

6900 Briefe hat Unternehmerin Britta Hesselbach-Komander zu Weihnachten an ihre Kunden verschickt. Ein Großteil davon kam bislang nicht an. Die Post sieht das offensichtlich lässig und rät zur Geduld.

Die Zeiten sind für den Einzelhandel nicht einfach. Auch wenn die Geschäfte geöffnet sind, bleiben viele Kunden zurückhaltend. Da ist es um so wichtiger, in Kontakt zu bleiben und gewohnte Wege dafür zu nutzen. So wollte auch Britta Hesselbach-Komander, Inhaberin von Hesselbach-Hörakustik, zur Adventszeit 6900 Briefe an ihre Kundschaft verschicken. Darin enthalten der Aufruf zu einer Aktion. Das Problem: Die Briefe kamen entweder verspätet, in großen Teilen aber gar nicht an.

„Die Schreiben enthielten unser Hörtelegramm mit einer Aktion, die am 4. Dezember begann und unser Weihnachtsheft, das wir jährlich an unsere Kunden versenden“, erzählt sie. Die gesamte Auflage im Postleitzahl-Gebiet 5 wurde nicht zugestellt. Mitte dieser Woche gingen zumindest bei Kunden in Dortmund die ersten Schreiben ein. Das weiß die Unternehmerin aber auch nur, weil sich Kunden gemeldet hatten, die das traditionelle Weihnachtsschreiben erwartet hatten. „Für uns ist das extrem peinlich, da die Kunden den Eindruck haben müssen, dass wir die Briefe zu spät verschickt hätten“, sagt Britta Hesselbach-Komander. Zumal die Post damit wirbt, diese sogenannte Dialogpost, also Serienschreiben, am vierten Tag nach der Einlieferung zuzustellen.

Post schreibt: „Es tut uns leid“

Doch noch mehr ärgert sie das Beschwerde-Management bei der Post. Dort hatte sie nämlich am Montag nachgefragt, wo denn die fast 7000 Briefe geblieben seien. Die Antwort: „Es tut uns leid, dass ein Großteil der Sendungen der Dialogpost-Einlieferung vom 27.11.2020 die Empfänger nicht erreicht haben. Unsere Recherche zu der von Ihnen reklamierten Einlieferung ergab, dass die Sendungen geprüft und ohne weitere Beanstandungen weitergeleitet wurden.“

Und weiter: „Eines unserer Ziele ist es, Dialogpost am vierten Werktag nach der Einlieferung an den Empfänger auszuliefern. In einzelnen Fällen kann es passieren, dass Sendungen länger unterwegs sind.“

Und weiter: „Briefe ohne Zusatzleistungen können wir im Sendungsstrom unserer Briefzentren nur sehr schwer verfolgen. Im Gegensatz beispielsweise zu Einschreiben weisen sie keine individuellen Merkmale auf. Deshalb werden sie nirgendwo erfasst oder gespeichert. Eine Aussage über den Verbleib Ihrer Dialogpost ist daher nicht möglich.“ Daher solle sie noch ein wenig Geduld haben, denn die Sendungen könnten noch ankommen.

Das kostet Zeit und Nerven

„Ich bin natürlich sehr froh und erleichtert, da ich schon befürchtet hatte, die Briefe wären irgendwo verschwunden. Aber ich habe viele Nerven gelassen, Zeit für Nachforschung investiert und Ängste ausgestanden. Denn es wäre ein erheblicher finanzieller Verlust entstanden, da die Druckkosten und die grafische Gestaltung ja bezahlt worden sind und die Post sich davon nichts angenommen hätte“, so Britta Hesselbach-Komander.

Unternehmerin sucht andere Geschädigte

Die Unternehmerin glaubt, dass sie kein Einzelfall sei, sondern derzeit viele Briefe und Pakete verloren gehen oder erheblich zu spät zugestellt werden. „.Die Dunkelziffer wird enorm sein“, vermutet sie. Nur erfahre davon keiner, da die Post ein Monopol habe, aber kein transparentes Beschwerdemanagement. Sie würde sich gern auch mit anderen Geschädigten austauschen.

Besonders schön ist dann auch die Schlussformel in der E-Mail der Deutschen Post, die übrigens anders als die Briefe noch am selben Tag eintraf. „Haben Sie noch Fragen, dann melden Sie sich bei uns – wir sind gerne für Sie da.

Wir freuen uns, wenn wir Sie künftig wieder mit unserem Service überzeugen können“, Ihr Kundenservice.

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Redaktion Schwerte
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Heiko Mühlbauer

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