Verkehrsministerium fördert die Fußball-Sonderzüge zum BVB grundsätzlich, aber...

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Antwort aus dem Bundeskanzleramt und dem NRW-Verkehrsministerium hat der Schwerter Heinz-Jürgen Guttschick bekommen, der für die Rückkehr der Fußball-Sonderzüge zum BVB-Stadion kämpft.

Schwerte

, 05.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was unterscheidet die Politik von so manchem Fußballspiel? Herzlich wenig. Der Ball wird freundlich hin- und hergeschoben, ohne dass viel passiert. Das musste jetzt der Schwerter Heinz-Jürgen Guttschick erleben, der für seinen Kampf um die Rückkehr der Fußballsonderzüge zum BVB Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat. Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel suchte er genauso Unterstützung für sein Anliegen wie bei NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

NRW-Verkehrsministerium fördert die Sonderzüge „grundsätzlich“

„Die Sache ist fast zu einem Abschluss gekommen, aber nicht zu einem befriedigenden“, sagt der 81-Jährige, nachdem ihm jetzt die Antwortschreiben vorliegen. Man werde in den regelmäßigen Gesprächen mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und DB Regio „auf Lösungen drängen“, versicherte Stefan van Stiephaudt, stellvertretender Referatsleiter im NRW-Verkehrsministerium, im Auftrag von Ministerpräsident Laschet und Landesverkehrsminister Hendrik Wüst. „Das Ministerium für Verkehr in Nordrhein-Westfalen fördert zur Verbesserung der Qualität, der Sicherheit und des Services im Öffentlichen Personennahverkehr grundsätzlich die Fußballentlastungsverkehre“, heißt es in seinem Schreiben.

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Allerdings - so ist dort an anderer Stelle zu lesen - „hat die Landesregierung auch keinen unmittelbaren Einfluss auf die Ausgestaltung des ÖPNV“. Und das wird mit der Gesetzeslage erläutert. Denn Planung, Organisation und Ausgestaltung des Schienenpersonennahverkehrs würden von Zweckverbänden wie dem NWL als kommunale Selbstverwaltungsaufgabe wahrgenommen: „Gemäß Artikel 78 der Landesverfassung und Artikel 28 Absatz 2 Grundgesetz ist der Landesregierung ein Eingriff in dieses Selbstverwaltungsrecht verwehrt.“ Deshalb würden die Zweckverbände eigenverantwortlich über Umfang und Qualität des ÖPNV-Angebots entscheiden.

Guttschick will nicht locker lassen

„Das Verkehrsministerium sagt, es fördert Fußballsonderzüge. Aber es sagt nicht, wie es sie fördert“, fasst es Guttschick zusammen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte sich nicht selbst einmischen. „Ihre Ausführungen wurden aufmerksam aufgenommen“, ließ sie von ihrem Bundeskanzleramt mitteilen. Doch da sich Guttschick in seinem Brief überwiegend parteipolitisch geäußert habe, möge er sich bitte an die CDU-Vorsitzende Annegret Kamp-Karrenbauer im Konrad-Adenauer-Haus wenden. Das hat der Schwerter daraufhin auch gemacht, aber über die Feiertage natürlich noch keine Rückmeldung erhalten. „Ich werde mich überall bedanken und zu gegebener Zeit wieder melden“, plant er. Voraussichtlich vor dem nächsten BVB-Heimspiel Mitte Januar.

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