Versuchte Entführung: Polizei ermittelt und warnt vor Hysterie

Streifen verstärkt

Nach dem Vorfall am Friedrich-Bährens-Gymnasium (FBG), bei dem ein Unbekannter versucht hat, einen Schüler in sein Auto zu ziehen, steckt die Polizei mitten in den Ermittlungen. Sie sieht Parallelen zu zwei anderen Fällen - und warnt vor Hysterie im Internet.

SCHWERTE

von Von Heiko Mühlbauer

, 09.10.2013, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
FBG Friedrich-Bährends-Gymnasium
Aussenaufnahme

FBG Friedrich-Bährends-Gymnasium Aussenaufnahme

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass es bereits am 25. September eine Anzeige bei der Polizei gab. Morgens kurz vor Unterrichtsbeginn soll ein Mann versucht haben, einen Schüler in ein schwarzes Auto zu ziehen. Die Schule hatte danach die Eltern per Brief gewarnt. In Iserlohn Hennen soll ein Mann am 26. Juli versucht haben, ein sechsjähriges Mädchen in sein Auto zu ziehen. Auch damals hatte es sich nach Angaben der Kinder um ein großes dunkles Auto gehandelt. Zuvor soll der selbe Mann in Rheinermark einen elfjährigen Jungen angesprochen haben. Hauptsächlich habe die Polizei die Schule bislang beobachtet. Man sei dort öfter auf Streife gewesen und gehe natürlich jedem Hinweis nach. „Doch viele Hinweise hat es bislang nicht gegeben“, sagt die Polizeisprecherin. Natürlich werde man jetzt auch nicht jedes dunkle Fahrzeug vor einer Schule kontrollieren können. Da man aber einiges an Details über den Wagen wisse, könne man schon gezielt Hinweisen nachgehen.

Auch wenn die Polizei Eltern und Schüler zu Vorsicht rät, will man keine Hysterie schüren. Wie schnell das gehen kann, zeigen die beiden gemeldeten Fälle in Iserlohn. Nachdem sie öffentlich wurden, häuften sich Meldungen über verdächtige Fahrzeuge und Männer. Im sozialen Netzwerk Facebook wurde eine Meldung rund 2000 mal geteilt, in der es um einen weiteren Fall ging: Ein Autofahrer soll angeblich ein Kind nach dem Weg gefragt haben und wollte sich diesen dann zeigen lassen. In den Kommentarlisten war man sich sicher, hier sei ein Serientäter am Werk. Die Hysterie, die sich durch die sozialen Netzwerke verbreite, erinnere an eine Lawine, erklärte der Iserlohner Polizeisprecher damals. Dennoch war auch er überzeugt: Besser einmal zu häufig warnen, als einmal zu wenig.

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