Viele Schritte für mehr Gerechtigkeit: Hartz-IV-Empfänger wandert nach Berlin

SCHWERTE Der Weg der sozialen Gerechtigkeit ist lang. 630 Kilometer. Zu Fuß. Siegfried Kurtz will nach Berlin. Im Gepäck: Unterschriften für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Gestern führte ihn die Route durch Schwerte.

von Von Nicole Giese

, 31.03.2009, 07:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Schritte für mehr Gerechtigkeit: Hartz-IV-Empfänger wandert nach Berlin

Etappenziel erreicht: Siegfried Kurtz vor der Schwerter Stadtgrenze.

Kurtz weiß, wovon er spricht. Wegen gesundheitlicher Probleme verlor er seine letzte Arbeitsstelle, lebt seit Anfang des Jahres selbst von der Unterstützung. Die sozialen Probleme in Deutschland beschäftigen ihn aber schon länger. Über das soziale Netzwerk wer-kennt-wen.de hatte Kurtz andere Mitstreiter kennen gelernt und bereits verschiedene Aktionen durchgeführt. Im November entschloss er sich dann zu seinem Protestmarsch.

Am 23. März startete er seine Wanderung in Hellenthal im Kreis Euskirchen. Begleitet wird Kurtz von Axel Kalhorn, einem Filmemacher aus Brandenburg, der die Aktion mit seiner Kamera dokumentiert. 32 Etappen sind angesetzt für den Weg nach Berlin, zwischen 14 und 27 Kilometer lang. In Schwerte genießt Kurtz ein paar Sonnenstrahlen. "Wenn man so etwas macht, muss man aber auf alles gefasst sein", betont Kurtz. Er startete im Schnee, das Pappschild, das er trägt, ist leicht aufgeweicht. Regen hat ihm zugesetzt.

"Protestmarsch nach Berlin" steht auf diesem Schild. Seine Aktion hat der 50-Jährige darauf kurz zusammengefasst. Denn unterwegs ist Siggi Kurtz auf Unterstützung angewiesen – in Schwerte stellt das Rathaus ein Bett in der Notunterkunft zur Verfügung, in der Tafel wartet frischer Kaffee und eine Lauchcremesuppe auf ihn. Siegfried Kurtz will Hoffnung wecken, Interesse weckt er auf jeden Fall.

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