Volksbank bekennt sich zu Schwerte: Standort ist „unantastbar“

mlzBanken in Schwerte

Seit die Sparda-Bank das Ende ihrer Filiale in Schwerte angekündigt hat, wechseln viele Kunden zur Volksbank. Die bekennt sich zum Standort, sieht aber neuen Ärger auf die Sparer zukommen.

Schwerte

, 13.02.2020, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst das unendliche Null-Zins-Desaster der Europäischen Zentralbank. Jetzt befürchtet die Volksbank die nächste Keule der Europäischen Union gegen die deutschen Sparer.

Ihr Geld soll als Sicherheit für Sparkonten in anderen EU-Staaten herhalten, wie Niederlassungsdirektor Lars Kessebrock am Rande der Bilanz-Pressekonferenz sagte. Denn ein europäisches System solle die eigene Einlagesicherung der Banken, wie sie die Volksbank im genossenschaftlichen Verbund sicherstellt, ablösen – was diese freilich nicht will.

Keine konkreten Pläne für flächendeckende Strafzinsen

Schon allein das von der Euro-Wächtern verordnete Fehlen von Sparzinsen belastet Banken und Sparer seit Jahren, wie Kessebrock erläuterte. Der Spargedanke werde nachhaltig beschädigt. Das fange bei den eigenen Auszubildenden an, die Guthabenzinsen auf Sparbüchern aus dem Schulunterricht kennen. „Aber Sparer und Leute, die für das Alter vorsorgen, müssen doch gestärkt werden“, so Kessebrock.

Der Niederlassungsdirektor wusste, dass die ersten 50 bis 100 fremden Volksbanken und Sparkassen in Deutschland sogar schon Negativzinsen auf ihrer Agenda für 2020 hätten. Bei der Dortmunder Volksbank gebe es keine konkreten Pläne für eine flächendeckende Einführung von Strafzinsen. Man werde jedoch das Marktgeschehen beobachten.

Hauptstelle an der Kuhstraße ist jetzt „Kompetenzzentrum“

Der Druck der Null-Zins-Strategie war auch einer der Gründe, warum die Volksbank Schwerte im Vorjahr ihre beiden letzten Außenfilialen in Ergste und Hennen geschlossen hat.

Jetzt lesen

Dafür sei an der Kuhstraße „das neue Kompetenzzentrum der Volksbank in Schwerte“ entstanden, wo nach dem Auszug der Anwaltskanzlei jetzt auch die oberste Etage selbst genutzt wird. In diesem Jahr sollen dort noch weitere Investitionen ins Gebäude und die Sanierung der zweiten Parkplatzhälfte erfolgen.

In NRW ist die Mutter der Volksbank Schwerte, die Dortmunder Volksbank, die Nummer 1 bei der Bilanzsumme. Filialleiterin Sabine Tesch und Niederlassungsdirektor Lars Kessebrock zeigen auf der Karte das blau markierte Einzugsgebiet, zu dem durch eine Fusion jetzt auch Waltrop, Datteln und Oer-Erkenschwick gehören werden.

In NRW ist die Mutter der Volksbank Schwerte, die Dortmunder Volksbank, die Nummer 1 bei der Bilanzsumme. Filialleiterin Sabine Tesch und Niederlassungsdirektor Lars Kessebrock zeigen auf der Karte das blau markierte Einzugsgebiet, zu dem durch eine Fusion jetzt auch Waltrop, Datteln und Oer-Erkenschwick gehören werden. © Reinhard Schmitz

Nachdem in Schwerte schon die Targo-Bank geschlossen und auch die Sparda-Bank den Rückzug für den Juni angekündigt hatte, gab Kessebrock ein Bekenntnis zur Ruhrstadt ab. „Dieser Standort hier steht nicht zur Disposition“, betonte er. 17.400 Kunden haben dort ihr finanzielles Zuhause. Und täglich kämen neue hinzu, die bislang der Sparda-Bank vertraut haben. „Wir merken jetzt schon großen Zulauf“, sagte Kessebrock.

Dafür machte er zwei Gründe aus: Die Menschen seien dem genossenschaftlichen Gedanken verbunden und wollten weiter einen Ansprechpartner vor Ort: „Wir haben die Hoffnung, dass zum 30. Juni weiter Bewegung da hinein kommt.“

Es soll wieder eine Dividende von 4 Prozent geben

Fast zwei Drittel der Volksbank-Kunden, 11.240 Schwerter, sind als Genossen zugleich Anteilseigner des Geldinstituts. Sie dürfen sich auf eine Dividende von 4 Prozent freuen, die der Vertreterversammlung vorgeschlagen wird. Denn die Ertragslage ist „noch zufriedenstellend“, wie Kessebrock berichtete.

Der Geschäftsumfang der Volksbank Schwerte sei 2019 um vier Prozent auf 704 Millionen Euro gewachsen, die Kundeneinlagen stiegen um 2,73 Prozent auf rund 310 Millionen Euro. Auch das Kreditgeschäft nahm zu – um 1,4 Prozent auf 296 Millionen Euro, die alle in der Region ausgegeben sind, vor allen an Firmen und für Bauprojekte.

Jetzt lesen

Die Volksbank Dortmund, zu der Schwerte gehört, blieb mit einer Bilanzsumme von 7,18 Milliarden Euro die Nummer 1 der Genossenschaftsbanken in NRW.

Volksbank ist offen für weitere Zusammenschlüsse

Durch die Verschmelzung mit der Volksbank Waltrop wird sie ihren Geschäftsbereich weiter ausdehnen. „Ich bin absolut sicher, dass es in nächster Zeit zu weiteren Fusionen kommen wird“, sagte Kessebrock: „Für gesunde und starke Partner stehen unsere Türen sperrangelweit offen.“ Teile des Nordkreises Unna sowie Bönen zählen beispielsweise noch nicht zu der blauen Volksbank-Landkarte, die bei der Pressekonferenz präsentiert wurde.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt