Ominöse Ringwälle vor der Heideschule sind kein neuer Spielplatz

mlzHeideschule Schwerte

Der Ringwall im Ohl ist ein Denkmal aus dem Mittelalter. So alt werden die Nachbauten wohl nicht werden, die vor der Heideschule aufgekippt wurden. Die Offene Ganztagsschule braucht sie.

Schwerterheide

, 17.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Bürgersteig an der Heidestraße klebt teilweise noch dick die Matsche. Weit weg scheinen die Bauarbeiter noch nicht zu sein. Sie haben die weitläufigen Rasenflächen vor der Heideschule in den vergangenen Tagen gründlich umgepflügt.

Drei große Ringwälle aus Erdreich sind vor dem Unterrichtsgebäude aufgehäuft worden. Ein weiterer ist vor der benachbarten Turnhalle auszumachen. Wie kleinere Nachbauten erinnern sie an den mittelalterlichen Krater der Hügelburg im Ohl, der als Bodendenkmal ausgewiesen ist. Aber der Zweck ist ein ganz anderer.

Abwasserkanäle müssen bei starkem Regen entlastet werden

„Die Baustelle dient einer notwendigen Entwässerungsmaßnahme für die Offene Ganztagsschule“, erklärt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous auf Anfrage: „Dort entsteht ein Versickerungs- und Rückhaltesystem.“

Die sogenannten Entlastungsmulden sollen bei starken Regengüssen die Einleitung des Wassers in das städtische Kanalnetz drosseln, damit dieses seine Kapazitätsgrenze nicht überschreitet.

Hinter der Heideschule an der Heidestraße wird für 2,3 Millionen Euro ein neues Gebäude für die Offene Ganztagsschule errichtet.

Hinter der Heideschule an der Heidestraße wird für 2,3 Millionen Euro ein neues Gebäude für die Offene Ganztagsschule errichtet. © Reinhard Schmitz

Der Bau der Erdwälle war nur eine von mehreren Etappen, in denen das Regenrückhaltesystem gebaut wird. In den Herbstferien konnte der Bagger keinen Unterricht stören. „Später werden auch noch Leitungen unter dem Gehweg verlegt“, kündigt Ingo Rous an.

Alles solle abgeschlossen sein, wenn auch die Baumaßnahme für die Offene Ganztagsschule (OGS) fertiggestellt ist. Das hatte Bürgermeister Dimitrios Axourgos in einer Pressemitteilung vom Dezember 2019 ursprünglich schon für den Beginn des neuen Schuljahrs 2020/21 angepeilt. Bislang sind die neuen Räume aber noch nicht bezogen. Der Start ist um ein Jahr verschoben worden auf den Schuljahresbeginn 2021/22.

Neubau bietet auf 704 Quadratmetern Platz für fünf Gruppen

Die OGS an der Heideschule war schon bald nach ihrem Start so gefragt, dass ihre Kapazitäten bereits vor Jahren ausgeschöpft waren und sogar berufstätige Eltern fürchten mussten, dass ihre Kinder keinen Platz mehr in der Betreuung finden könnten. Nur durch provisorischen Raumnutzungen konnte zuletzt der Schulbetrieb sichergestellt werden.

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Um diese Mangelsituation endgültig abzustellen, wurde ein ganz neues Gebäude für die OGS hinter der Schule errichtet, wo früher die Kinder in ihrem sogenannten „Dinonest“ spielen konnten.

Mit einer Gesamtfläche von 704 Quadratmetern soll sie genügend Platz für eine fünfgruppige Einrichtung bieten. „Wir wollen für die Schüler und Schülerinnen eine optimale Betreuung gewährleisten“, hatte Dimitrios Axourgos bei einem Baustellenbesuch im Juli dieses Jahres erklärt. Die Stadt greift für das Projekt tief in die Tasche. Die Kosten für den Neubau sind auf rund 2,3 Millionen Euro kalkuliert.

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