Meinung

Vor Olivias Pflegefamilie kann ich nur den Hut ziehen

Eine Familie nimmt ein Pflegekind auf, das am Fetalen Alkoholsyndrom leidet. Die Pflegemutter der Kleinen sagt: „Ich würde es wieder so machen.“ Das Gespräch mit ihr war etwas ganz Besonderes.
Ein Pflegekind bei sich aufnehmen – das ist eine Entscheidung, die allergrößten Respekt verdient.
Ein Pflegekind bei sich aufnehmen - das ist eine Entscheidung, die allergrößten Respekt verdient. © privat

Rund zwei Stunden haben wir uns unterhalten. Kerstin Weiland (41) hat mir viel über den Alltag mit ihrer siebenjährigen Pflegetochter Olivia erzählt. Eigentlich hätte ich gern noch mehr geschrieben, aber der Platz hätte nicht gereicht.

Früher war Kerstin Weiland eine absolute Perfektionistin. Heute zieht sie aus guten Tagen Energie für die schlechten Tage. Oft denkt sie sich: „Das muss doch mal besser funktionieren.“ Und ist frustriert, wenn auf Fortschritte wieder Rückschritte folgen. Wenn das Puzzle nicht mehr klappt, auf das Olivia so stolz war. Manchmal ist die Kleine traurig, weil sie ihre echte Mama vermisst. Auch das gehört dazu.

Doch Kerstin Weiland ist ein fröhlicher und offener Mensch. Sie sagt: „Man muss an seiner Haltung arbeiten.“ Mit Rückschritten müsse man immer rechnen. „Unser Leben ist schön.“

Ich weiß nicht, ob ich selbst diese Kraft aufbringen würde

Ja, die Familie ist finanziell abgesichert. Und sie wird von Caring ISP intensiv begleitet. Die Entscheidung, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen, haben die Weilands ganz allein getroffen.

Für diese Entscheidung zolle ich ihnen und allen Pflegefamilien Respekt. Sie versuchen täglich mit aller Kraft, einem Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Ich weiß nicht, ob ich selbst diese Kraft aufbringen würde. Und ein Satz wird mir lange im Gedächtnis bleiben: „Es müsste viel mehr Leute geben, die sowas machen.“

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