Warum an der Westhofener Straße jetzt weniger Bäume stehen - und warum das auch so bleibt

mlzZwischen Westhofen und Syburg

Wieso sind so viele Bäume gefällt worden? Wieso bleibt noch so viel Holz liegen an der Straße zwischen Westhofen und Syburg? Förster und Waldbesitzer geben jetzt Antworten.

Westhofen, Syburg

, 07.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie geht man vor, wenn die Bäume den nächsten Stürmen oder starken Regen- oder Schneefällen nicht mehr standhalten? Wenn sie also drohen, auf die Fahrbahn zu fallen? Wenn sie aber auch so nah der Straße stehen, dass sie auch beim Fällen auf die Straße stürzen könnten?

Vor diesem Problem stand die Evangelische Landeskirche von Westfalen. Sie besitzt den Wald an der Westhofener Straße, die direkt auf der Stadtgrenze von Schwerte und Dortmund liegt.

Zusammen mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW kam man zu einem Schluss: Die Bäume sollten nach hinten kippen, in die Abhänge hinein. Dass dabei die Bäume aus der zweiten und dritten Reihe beschädigt werden, nahm man nicht nur hin. Das sah man sogar als Vorteil, wie es jetzt in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Förstern und Kirche heißt.

Bei Stürmen hätten die Bäume auf die Straße kippen können

„Viele der Bäume hingen über die Straße und hätten bei Stürmen oder sonstigen Unwettern auf diese fallen können. Da viele Bäume auch aus der zweiten oder dritten Reihe ebenfalls über die Straße hingen, hat man sich entschieden, diese ebenfalls zu entfernen.“

„Aus arbeitstechnischer Sicht“ sei es sinnvoller gewesen, nun alle Bäume wegzunehmen. Erst recht, da die Bäume recht groß und recht alt gewesen seien. Eine „Einzelbaumbehandlung“ wäre zwar möglich gewesen, hieß es, doch hätte das „in den folgenden Jahren immer wieder Folgearbeiten und damit Folgekosten nach sich gezogen“.

Komplizierte Maßnahme - Bäume mit dem Seil gefällt

Schon so sei die Maßnahme enorm teuer gewesen - „durch die Straßensperrung, die damit verbundene Umleitungsbeschilderung und die aufwendige Arbeit, jeden Baum mit einem Seil zu fällen“.

Das eigentliche Fällen geschah zwar schon im März, die weiteren Arbeiten zur Aufarbeitung folgten Ende Juli. Doch noch immer liegen einzelne Stämme auf den Hängen neben der Westhofener Straße.

„Für manch einen mag der aktuelle Flächenzustand als unaufgeräumt angesehen werden“, heißt es. „Dies hat jedoch mehrere Gründe: Das verbleibende Holz soll den Hang vor Erosion bei (Stark-)Regenfällen schützen, außerdem verbleiben somit wichtige Nährstoffe aus dem Kronenholz auf der Fläche.“

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Keine neuen Bäume - Kaminholz Wilkes war nicht beteiligt

Neue Bäume will man übrigens nicht pflanzen. Zunächst gelte es abzuwarten, „wie sich die Naturverjüngung einfindet“. Anders gesagt: Kleineres Grün soll eine Chance haben.

Was aus den Bäumen wurde? Durch die Fäll-Methode mit Seil habe man den Vorteil gehabt, einen Teil als Stammholz für Bretter und Bauholz zu verwenden, einen anderen Teil lokal als Brennholz. Das hätte die entstandenen Kosten übrigens bei Weitem nicht gedeckt. Zudem wollen Landeskirche und Förster einem Gerücht entgegentreten: Entgegen lokaler Mutmaßungen war nicht Kaminholz Wilkes beteiligt, sondern ein anderer Betrieb.

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