Warum die Katholische Italienische Gemeinde Schwerte ein winziges Dorf in Madagaskar kennt

mlzBenefizkonzert in Schwerte

Ein Klavierkonzert mit Werken von Schumann bis Paganini erklingt am Montag, 8. April, im Bürgersaal des Rathauses Schwerte. Zwei italienische Musiker spielen zugunsten des Dorfs Bamaneviky.

Schwerte

, 05.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bemaneviky - was ist das? Eine höchst knifflige Quizfrage. Die Mitglieder der Katholischen Italienischen Mission Schwerte wissen die Antwort auf Anhieb. Bemaneviky ist das Dorf in Madagaskar, das ihr langjähriger Seelsorger Don Guido Lemma im Jahre 1981 in seiner ersten Missionsstelle gegründet hat. Mit eigenen Händen legte er damals den ersten Stein zu der Siedlung, die eine weit verstreut liegende Ansammlung von primitiven Hütten ersetzen sollte. Und für die Kinder wurde endlich eine Schule mitgebaut, um ihnen das nötige Rüstzeug für ihre berufliche Zukunft mitzugeben.

In Erinnerung an Don Guido Lemma

Die Erinnerung an Don Guido Lemma, der im Juni 2016 gestorben ist, ist bei den in Schwerte lebenden Italienern nie verblasst. Genauso wie die Verbindung nach Bemaneviky, das derzeit von seinem direkten Nachfolger Don Luca Treglia betreut wird, niemals abgerissen ist.

Um das Dorf in Madagaskar zu unterstützen, veranstaltet die Gemeinde deshalb am Montag, 8. April, ab 19 (Einlass: 18) Uhr ein Benefizkonzert mit klassischen Werken im Bürgersaal des Rathauses, Rathausstraße 31. Am Klavier sind Andrea die Stefano und Samuele Orazi, zwei junge Studenten des Konservatoriums im italienischen Pescara. Sie sind gerade in der Gegend zu Besuch, weil die Auslandsgesellschaft in Dortmund ihr 70-jähriges Bestehen feiert, wie Giorgio Pardo, der Sprecher der italienischen Missionsgemeinde, berichtet: „In dem Rahmen kommen sie auch nach Schwerte.“ Denn die Künstler wollten sich schließlich nicht nur die Gegend anschauen, sondern auch Kostproben ihres musikalischen Könnens geben.

Musik verbindet Seele und Körper - und öffnet die Geldbörsen

Bei dem Programm in der Ruhrstadt, das Kompositionen namhafter Meister vereint, wechseln sich die beiden Tasten-Virtuosen ab. Zu hören sind Werke unter anderem von Scarlatti und Schumann, Rossini und Paganini sowie Franz Liszt. Pardo geht davon aus, mit dieser Zusammenstellung den Geschmack der Klassikfans getroffen zu haben. „Musik verbindet Seele und Körper“, sagt er und zitiert damit seinen früheren Trompetenlehrer. Gleichzeitig - so hofft er - solle die Musik auch die Portmonees der Besucher öffnen.

Der Eintritt zu dem Konzert ist frei, aber Spenden für Bemaneviky sind sehr willkommen. „Sie kommen ohne große Umwege direkt in dem Dorf an“, erklärt Pardo. Dafür stehe die Verbundenheit mit Don Luca Treglia. Die Schwerter Gemeinde möchte mit ihrem Spendengeld vor allem schulische Unterstützung für die rund 2000 Kinder leisten, die mittlerweile in dem Dorf in Madagaskar leben. Beispielsweise - so Pardo - würden Fahrräder für diejenigen benötigt, die weite Wege zum Unterricht zurücklegen müssen. Auch gebe es nach den heftigen Monsunregenfällen immer mal wieder etwas zu reparieren.

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