Warum parken in dieser Tiefgarage die Autos gerne auf mehreren Parkflächen?

mlzParkhaus Wilhelmsplatz

In dem Parkhaus am Wilhelmsplatz stehen die Autos oftmals mitten auf der Markierung, nehmen dadurch auch mal mehr als zwei Parkplätze in Anspruch. Sind die Stellflächen zu klein?

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 26.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Anblick im Parkhaus am Wilhelmsplatz ist kein seltener: Autos stehen mitten auf dem Streifen, der eigentlich die Grenze zum danebenliegenden Stellplatz markieren sollte. Ziemlich kurios stehen sie da mitten in der Parkbucht - so, als hätte jemand fluchtartig den Wagen verlassen müssen. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Flächen wird dadurch schnell halbiert, da die meisten Buchten lediglich Platz für zwei Pkw bieten.

Aber woran liegt das? Tatsächlich erfüllen die Stellplätze die vorgegebene Mindestbreite von 2,30 Meter, liegen meistens sogar einige Zentimeter darüber. „Allerdings werden die Autos auch immer größer“, weiß Dirk Krüger, der beim ADAC Westfalen in Dortmund die Bereiche Technik und Verkehr leitet. Ein gutes Beispiel dafür sei der VW Golf, dessen Breite seit seinem Markteintritt in den 1970-er Jahren um 30 Zentimeter zugenommen habe.

Vor allem in älteren Parkhäusern sind die Flächen oft zu eng

Der Fachmann kennt sich aus mit der Problematik, war beim Automobilclub früher selbst für die Parkhauszertifizierung zuständig. Vor allem die Baukonstruktion von Parkhäusern bringe die Betreiber oftmals in eine Zwickmühle zwischen Wirtschaftlichkeit und Parkkomfort.

So hätten die Betonpfeiler typischerweise einen Abstand von sieben Metern - werden dazwischen drei Stellflächen platziert, wären diese nur 2,33 Meter breit. „Ich könnte natürlich auch zwei extra breite Plätze von 3,50 Meter machen, würde dadurch aber auch ein Drittel der Kapazität einbüßen“, veranschaulicht Krüger.

Er weiß aus Erfahrung, dass die Parkflächen besonders in älteren Parkhäusern oft zu eng sind. Empfohlen werde daher eine Breite von 2,50 Metern; in der Landesbauordnung wurde die Mindestbreite für Stellflächen mittlerweile sogar auch auf 2,45 Meter erhöht. Diese gilt allerdings nur für neuere Parkhäuser - die Tiefgarage am Wilhelmsplatz ist davon nicht betroffen.

Bisher noch keine Beschwerden am Wilhelmsplatz

Bei deren Betreiber, der Peddinghaus Immobilien GmbH aus Iserlohn, wisse man allerdings nichts von Beschwerden über Falschparker oder Platzmangel, verweist lediglich darauf, dass die vorgegebenen Mindestgrößen selbstverständlich eingehalten seien. „Bei uns hat sich deshalb noch niemand gemeldet. Das ist das erste Mal, dass ich davon höre“, erklärt Geschäftsführerin Britta Peddinghaus auf Nachfrage unserer Redaktion.

Immerhin: Komplett gefüllt ist die Tiefgarage im Stadtzentrum selten. Deshalb werden sich einige Pkw-Fahrer wohl auch künftig einen doppelten Stellplatz gönnen. Ob aus mangelndem Talent beim Einparken oder purer Bequemlichkeit, sei dahingestellt.

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