Was bringt der Ausbau der B236 für Schwerte - Streit im Ratsausschuss

mlzB 236

Von sinnlos bis gut - wenn es um den B236-Ausbau geht, sind Planer und Politiker uneins. Warum es bislang noch nicht einmal für eine Stellungnahme reicht, und wie argumentiert wird.

Schwerte

, 03.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach über einer Stunde Diskussion entschieden sich die Beteiligten am Dienstagabend, das Thema auf die Ratssitzung in der kommenden Woche zu verschieben. Zu gegensätzlich waren die Positionen zum Ausbau der B236 von der Autobahn bis zum Ostentor. Dabei ging es eigentlich nur um eine Stellungnahme der Stadt zu den Plänen für den Ausbau, die der Landesbetrieb Straßen.NRW im vergangenen Monat vorgelegt hatte.

Welche grundsätzlichen Unterschiede gibt es?

Da gibt es zum einen die Fraktion derjenigen, die solche Pläne für überholt und von gestern halten. Dem gegenüber steht die Meinung derjenigen, die an dem in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder geforderten Ausbau auch innerhalb der Stadt festhalten wollen. Die einen hoffen auf ein Ende des Staus. Die anderen befürchten noch mehr Verkehr und eine Trennung der Stadt in Ost und West durch eine autobahnähnliche Straße.

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Das sagen die Gegner der Ausbaupläne

Zu den Letzteren gehörten die Grünen. „Hier wurde ausschließlich aus der Perspektive des fließenden Autoverkehrs geplant“, argumentierte deren Sprecher Bruno Heinz-Fischer. Gegen den Ausbau spreche nicht nur der Verlust von vielen Bäumen. Mit einem zweispurigen Ausbau, der zudem noch unterbrochen sei, würde man noch nicht einmal den Verkehr wirklich beschleunigen.

Er vertritt die These, dass man gegen die Autoflut nicht mit dem Ausbau von Straßen, sondern mit einem anderen Verkehrskonzept ankämpfen müsse. Jeder Ausbau locke nur noch mehr Verkehr durch Schwerte. „Ich wünsche mir, dass die Leute die Autobahnausfahrt Schwerte sehen und sagen, da fährst du besser nicht ab Schatz, da stehen wir eh nur im Stau“, so Heinz-Fischer.

Unterstützt wurde er von der WfS. Deren Vertreter Thomas Keuthen erinnerte daran, dass die Stadt ohnehin schon auf der Liste der Städte mit zu hohen Stickoxid-Belastungen stehe. „Hier wird versucht, mit Planungen von gestern, Probleme von Morgen zu lösen.“

Das sagen die Befürworter der Pläne

Die SPD will zwar auch leichte Änderungen an den Plänen: Grundsätzlich unterstütze man aber das Vorhaben. Sprecher Heinz Haggeney: „Wir können unseren Bürgern nicht weiter diesen Stau zumuten.“ Die Methode, wir lassen unsere Straßen vollaufen, dann regelt sich das mit dem Stau, sei gescheitert. Und sein Kollege Stephan Kötter ergänzte: Die B236 sei nun mal eine Bundesstraße und auf der hätten Fahrräder nichts verloren.

Auch im Verkehrskonzept der Stadt würden die über die Heide und den Klusenweg geführt. Die SPD verlangt allerdings einen durchgängigen von der Fahrbahn getrennten Radweg. Und als Lärmschutz Tempo 30 im Bereich der Bethunestraße.

Auch die LKW-Spur, die von den Grünen strikt abgelehnt wird, hält CDU-Vertreter Herbert Dieckmann für wichtig. Nur so könne man es schaffen, dass der Autoverkehr frei an den Lkw vorbeirollen könne. Und weniger Stau sei auch wichtig für die Rettungsdienste. Überhaupt, die Trasse sei alleine wegen der Steigungen für Radfahrer nicht geeignet. Es sei denn man setze auf Elektroräder oder Scooter, und die seien ja auch nicht umweltfreundlich.

Für den Autoverkehr aber gegen den Ausbau

CDU-Parteichef, Egon Schrezenmaier, hatte eine eigene Ansicht. Statt für den Ausbau der B236 sollte man sich gemeinsam für eine Umgehungsstraße stark machen. Und in Richtung SPD erklärte er: „Eine Tempo 30 Strecke in der Stadt wird dann auch ein Nadelöhr.“

Wie es jetzt weiter gehen soll

Auf dieser Basis werde es wohl keine Einigung geben, befand Ausschussvorsitzender Marco Kordt (CDU) und vertagte das Thema auf die Ratssitzung am Mittwoch (10. Juli). Da säßen schließlich alle Kommunalpolitiker mit am Tisch. Ob es dann aber zu einer einheitlichen oder auch nur mehrheitsfähigen Meinung kommt, ist fraglich. Und noch fraglicher ist, ob sich die Bezirksregierung auf die Schwerter Vorschläge einlässt.

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