Was verdient die Stadt Schwerte jährlich mit Bußgeldern? © picture-alliance/ dpa
Bußgelder

Was verdient die Stadt Schwerte eigentlich mit Knöllchen?

„Knöllchen“ zahlt wohl niemand so richtig gerne. Aber welche Bußgelder gehen eigentlich an die Stadt und welche an den Kreis? Und was verdient die Stadt Schwerte jährlich mit „Knöllchen“?

Jeder kennt es: Man hat es eilig, sucht in der Stadt schnell einen Parkplatz und erst wieder am Auto angekommen, fällt einem auf, dass man keinen ordnungsgemäßen Parkplatz gewählt hat. Die Quittung dafür hängt dann meist schon in Form eines „Knöllchens“ an der Windschutzscheibe.

Doch welche Bußgelder gehen an welche Instanz? Und wie viel nimmt die Stadt Schwerte durch Knöllchen ein?

Welche Bußgelder gehen an die Stadt?

„Grundsätzlich gehen alle Bußgelder, die in Schwerte erfasst wurden auch an die Stadtkasse“, erklärt Schwertes Stadtsprecher Ingo Rous auf Anfrage. Blitzer seien dabei eine Ausnahme, da sie in der Regel vom Kreis Unna platziert und abgerechnet werden. Alle weiteren Knöllchen für Parkverstößen oder anderen geringfügigen Ordnungswidrigkeiten gehen indes direkt an die Verwaltung, so Rous weiter.

Im Jahr 2018 flossen demnach insgesamt 176.000 Euro durch Bußgelder in die Kasse der Stadt Schwerte. Im Jahr 2019 kam mit 193.000 Euro sogar noch etwas mehr zusammen.

Und 2020? „Bisher sind 102.000 Euro zusammengekommen“, so Rous. „Wie viel dann am Ende des Jahres zusammenkommt, kann man noch nicht absehen.“

Was allerdings so gut wie sicher sei: dass in diesem Jahr weniger Bußgelder anfallen als in den beiden Vorjahren. „Wenn man es rein rechnerisch sieht und auf die zwölf Monate des Jahres runterrechnet, kommt man voraussichtlich nicht auf die Werte des Vorjahres“, berichtet der Stadtsprecher.

Corona führt zu weniger Verstößen

Dabei spiele auch Corona eine Rolle. Wenn das Treiben in der Stadt wie im April auf ein Minimum heruntergefahren werde, kämen eben auch automatisch weniger Ordnungswidrigkeiten zustande. Würden mehr Leute im Homeoffice arbeiten, gebe es auch weniger Falschparker in der Stadt.

Das Beispiel Unna zeigt: Auch kreisweit hat die Corona-Pandemie für Mindereinnahmen bei Bußgeldern gesorgt. Dabei geht es vor allem um Geschwindigkeitsüberwachungen, zu denen auch Kontrollen in Schwerte gezählt werden.

Kreiskämmerer Mike-Sebastian Janke rechnet damit, dass gut vier Millionen Euro weniger an Bußgeldern und damit zusammenhängenden Verwaltungsgebühren in die Kasse des Kreises Unna fließen.

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Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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