Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

mlzWochenrückblick

Beim Dortmunder Karneval muss der Schwerter Witze über sich ergehen lassen. Als Vermieter muss man über verstorbene Mieter nichts sagen. Und was wir sonst so in dieser Woche erlebt haben.

Schwerte

, 03.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Jeder Tag ist neu. Jeder Tag bringt eine neue Erkenntnis – auch für die Mitarbeiter in unserer Redaktion. An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen unsere persönlichen Erkenntnisse der vergangenen Woche. Subjektiv, so wie die Journalisten es bei ihrer Arbeit nicht tun. Doch Vieles von dem, was wir recherchieren, bewegt uns genauso wie Sie – dienstliches und privates Engagement.

Petra Berkenbusch: Achtung, Witze über Schwerte

Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

© Ekkehart Bussenius/Tania Reinick

Als Partnerstadt des legendären „Geierabends“ darf man nicht allzu empfindlich sein. Kabarett zieht halt gern durch den Kakao. Da nörgelt der Steiger über das scharfe Gastgeschenk, den Schwerter Senf, und lobt im gleichen Atemzug das Gastgeschenk der Vorjahres-Partnerstadt, das im vorigen Jahr noch bekrittelt wurde. Und natürlich wird Schwertes Rathaus-Belegschaft in einem Sketch böse aufs Korn genommen. Der könnte allerdings überall spielen, muss deshalb nicht auf die Goldwaage. Die Erfahrung des Geierabend-Teams vom Antrittsbesuch im November ist allerdings authentisch und taucht auch im Programm auf: Parkplatz-Not.

Jessica Will: Abspecken vor großem Publikum

Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

© SAT.1 / Benedikt Müller

Von 116 auf 80 Kilo – das ist das Ziel von Pia. Dieses Ziel allein wäre noch kein Interview wert gewesen. Die gebürtige Schwerterin will aber nicht zuhause abspecken, sondern vor Publikum. In der TV-Sendung „Biggest Loser“. Dort treten stark übergewichtige Kandidaten an: Wer am meisten abnimmt, gewinnt. Sonntag wird die erste Folge ausgestrahlt. Und Pia wird vor dem Fernseher sitzen, obwohl sie optisch keine Highlights erwartet. „Das ist wie ein schlimmer Unfall – man möchte sich ja so eigentlich nicht sehen, aber man guckt dann doch“, sagt sie. Humor hat sie, hoffentlich auch noch, wenn die Kalorienzufuhr zukünftig kleiner ausfallen wird.

Reinhard Schmitz: Akku mit Wahnsinns-Power

Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

© Schmitz

Drücken, bis die Arme lahm waren. Es nützte nichts. Tiefer als drei Millimeter wollte mein Baumarkt-Bohrhammer nicht in die Betondecke vordringen. Viel zu wenig, um die Dübel für die neue Wohnzimmerlampe hineinzustecken. Also Hilferuf bei einem befreundeten Klempner, der mir netterweise eine Profi-Maschine lieh. Aber warum hatte der vergessen, mir auch das Stromkabel mitzugeben? Der zweite Blick zeigte: Ich brauchte gar keins. Mit Akku ging die Maschine durch den Beton wie durch Butter. Hätte ich nie für möglich gehalten. Meine Mutter hatte mal einen Akku-Rasenmäher, der machte nach gefühlt fünf Grashalmen schlapp.

Aileen Kierstein: Vermieter undercover

Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

© Reinhard Schmitz

Zugegeben: Als ich vor rund anderthalb Jahren in meine Wohnung gezogen bin, war ich penibel. Waschmaschine, Toilette, Dusche: Alles habe ich einer gründlichen Reinigung unterzogen. Auch, weil ich wusste, dass meine Vormieterin zwar einen tollen Einrichtungsstil hat, aber eben nicht der sauberste Mensch ist. Als ein Kollege in der vergangenen Woche erzählte, dass ein Mann wochenlang tot in seiner Wohnung gelegen hatte, lief mir ein Schauer über den Rücken. Direkt habe ich an den Geruch in den Räumen gedacht. Eine Freundin von mir hat immer gesagt, ihr wäre unwohl, in der Wohnung eines verstorbenen Menschen zu leben. Habe ich nie verstanden. Bestimmt ist in den meisten Wohnungen schon einmal ein Mensch gestorben. Und wie will man das überhaupt herausfinden? Im Zweifelsfall gar nicht, hat mir ein Schwerter Anwalt gesagt. Solange in der Wohnung alles sauber und einwandfrei ist, hat der Vermieter keine Auskunftspflicht. Eine wichtige Information - für Leute, die ein Problem mit dem Tod haben.

Annette Theobald-Block: In den Jungbrunnen gefallen

Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

© picture alliance / Wolfgang Kumm

Mit über 40 dachte ich, ist das normal. Das Alter ist halt nicht aufzuhalten. Da knacken morgens die Knochen, da schmerzen die Gelenke. Erste Anzeichen, dass der Körper nicht mehr so will, wie man selbst. Dann aber zogen mein Mann und ich jüngst los, ein neues Bett mit zwei Matratzen zu kaufen. Abgestimmt auf unsere schließlich doch recht verschiedenen Körper. Die meines Mannes etwas härter, meine etwas weicher. Und was soll ich sagen? Seitdem fühle ich mich wie in einen Jungbrunnen gefallen. Keine knackenden Gelenke, keine mühsam sich sortierenden Knochen mehr. Nicht mehr wie 20, aber noch immer weit von der 80 entfernt.

Heiko Mühlbauer: Plötzlich ist alles unsicher

Was wir diese Woche erlebt haben: Auskunft über tote Mieter und Witze über Schwerte

© Schmitz

Gleich zweimal hatte ich in den letzten Tagen Gespräche mit Opfern von Verbrechen. Einmal mit einer Frau, die an einer Tankstelle überfallen wurde und den Täter sogar vertrieben hat und mit den Nachbarn des Mordopfers in Ergste. In beiden Fällen könnte man sagen, es war doch gar nicht so schlimm. Das ist aber eine Betrachtung eines Menschen, der so etwas noch nicht erlebt musste. Alle, die einen gewaltsames Eindringen in ihr Leben hinnehmen mussten, sind verunsichert oder sogar verängstigt. Denn mit der Tat verliert man auch immer ein Stück der sicher geglaubten Selbstbestimmung. Das sichere Umfeld ist doch nicht so sicher.

Michael Dötsch: Winterpause

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© Foto: Bodo Brauer

Schnee und Fußball – das passt nicht so richtig zusammen. Aber deshalb nennt man die Wochen zwischen Mitte Dezember und Mitte Februar, in denen bei den Amateurkickern der Meisterschaftsspielbetrieb ruht, ja auch Winterpause. Wobei dieser Begriff dann auch wieder irreführend ist. Denn von Pause kann in diesen Tagen keine Rede sein. Das Vorbereitungstraining für den zweiten Teil der Saison läuft auf Hochtouren, inklusive der obligatorischen Testspiele am Wochenende. Darüber werden wir an diesem Sonntag aber nicht berichten – Väterchen Frost hat die Kicker-Szene im Griff. So stimmt der Begriff „Winterpause“ in diesem Fall dann doch.

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