Groß wurden die Augen des kleinen Noah, als Tagesmutter Nicole Napierski mit ihrem „Weihnachts-Twingo“ vorfuhr. © Carina Strauß
Nicki's Weihnachtsreise

Weihnachts-Twingo einer Tagesmutter besucht Schwerter Familien

Corona verändert die Weihnachtszeit. Auch bei den Schwerter Tagesmüttern kann in diesem Jahr nicht so gefeiert werden wie sonst. Kreative Ideen sind gefragt.

Weihnachtsmusik schallt durch die offenen Fenster, des kleinen roten Autos. Hupend fährt es vor dem Haus der Familie Menzel vor. Nicole Napierski hat in ihrem Twingo alles dabei, was man für eine ordentliche Weihnachtsfeier braucht.

Sie ist Tagesmutter. Weil die große Weihnachtsfeier in diesem Jahr so nicht stattfinden kann, hat sie sich kurzerhand „Nicki’s Weihnachtsreise“ ausgedacht.

Mit Geschenken, viel Deko und Weihnachtsmusik ausgerüstet, macht sich Nicole Napierski auf den Weg zu den Familien ihrer Schützlinge.
Mit Geschenken, viel Deko und Weihnachtsmusik ausgerüstet, macht sich Nicole Napierski auf den Weg zu den Familien ihrer Schützlinge. © Carina Strauß © Carina Strauß

Bepackt mit Dekoration für das Auto, Geschenken für ihre Schützlinge und süßen Überraschungen für die Familie, macht sie sich auf den Weg durch Schwerte und besucht die Kinder zuhause. Zwar mit Abstand und Maske, aber mit jeder Menge guter Laune. Sogar einen mobilen Weihnachtsbaum, beleuchtet mit Lichterketten und mit vielen Kugeln geschmückt, hat sie dabei.

Singen und Geschichten erzählen

Die Augen des kleinen Noah Menzel waren jedenfalls groß, als der „Weihnachts-Twingo“ vor dem Haus hielt. Schnell baute Nicole Napierski den Weihnachtsbaum auf dem Autodach auf. Doch sie hatte nicht nur ein bunt beleuchtetes Auto dabei, sondern auch ein Lied und eine Geschichte.

Nicole Napierski ist Tagesmutter. Um den Kindern ein bisschen Weihnachten nach Hause zu bringen, unternimmt sie eine „Weihnachtsreise“.
Nicole Napierski ist Tagesmutter. Um den Kindern ein bisschen Weihnachten nach Hause zu bringen, unternimmt sie eine „Weihnachtsreise“. © Carina Strauß © Carina Strauß

„Wir wollen ganz laut singen, damit uns auch alle hören und vielleicht mal aus ihrem Kämmerlein rauskommen“, motiviert die Tagesmutter. Und dann stimmt sie zusammen mit der ganzen Familie „Lasst uns froh und munter sein” an. Natürlich mit einer kleinen Änderung, denn Nikolaus war ja schon am Sonntag (6.12.).

Und dann gab es noch eine Geschichte, extra für Noah ausgesucht. Dazu werden Gummibärchen und Nüsse verteilt. Gebrannte Mandeln, selbstgemachte Kekse und Schoko-Äpfel gibt es für die Familie, Noah darf sich noch ein Geschenk aus dem „Weihnachts-Twingo“ nehmen. Für die Großen gibt es Glühwein, für die Kleinen gibt es Kinderpunsch.

Weihnachts-Auto zieht Blicke auf sich

Zum Abschluss wurde dann noch die Gitarre ausgepackt und der Rest von „Lasst uns froh und munter sein” gesungen. „Das ist mein kleines Weihnachtsgeschenk. Es soll nicht lange dauern, aber ich hoffe es wird in Erinnerung bleiben”, wünscht sich Nicole Napierski zum Abschied. Das wird es für Noah und seine Familie bestimmt.

Familie Menzel singt „Lasst uns froh und munter sein“.
Familie Menzel singt „Lasst uns froh und munter sein“. © Carina Strauß © Carina Strauß

An diesem Abend ist es aber nicht nur die Familie Menzel, die von Nicole Napierski und ihrem Weihnachts-Twingo angezogen werden. Auch die Nachbarn schauen vorbei und lassen sogar Fotos von sich und dem Weihnachts-Auto machen.

Tagesmütter gehen mit viel Kreativität durch die Vorweihnachtszeit

„Wir Tagesmütter kommen in dieser Zeit alle auf ganz wilde Ideen, das Weihnachtsfest zu gestalten. Es ist uns als Arbeitskreis eine Herzensangelegenheit, den Familien eine schöne Vorweihnachtszeit zu bringen, auch unter besonderen Bedingungen”, erklärt Nicole Napierski.

Ihre Kolleginnen sind dabei nicht weniger kreativ. Hier kommt der Nikolaus mit Corona-Abstand, es werden Tischlaternen für die Großeltern gebastelt, die zu den Großelternnachmittagen in diesem Jahr nicht kommen konnten, Pantoffeln werden mit Überraschungen gefüllt, Päckchen mit Bastelanleitungen und Material an die Kinder verschickt.

„Es wird gesungen und aneinander gedacht. Das hat mich so in Erstaunen und in Weihnachtsstimmung versetzt, das mir die üblichen Großveranstaltungen nicht fehlen. In dieser Zeit wird uns allen bewusst, dass uns die digitalen Medien eine große Möglichkeit bieten, einander näher zu rücken”, erklärt Nicole Napierski.

Nichts sei so wie es einmal war, aber mit viel Engagement und Rücksicht versuche man für die Kinder und ihre Familien ein Stück Normalität zu erhalten.

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