Weltfrauentag und Equal Pay Day: Wofür auch Schwerter Frauen auf die Straße gehen

Weltfrauentag

Weltfrauentag am 8. März, Equal Pay Day am 17. März. Auf der ganzen Welt gehen Frauen für Lohngleichheit und ihre Rechte auf die Straßen. Auch in Schwerte gibt es Aktionen.

Schwerte

von Julia Dolinsky

, 07.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christa Thurau und Gudrun Körber von der AG Schwerter Frauengruppen verteilten gemeinsam mit Birgit Wippermann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte, am Internationalen Frauenfest in der Rohrmeisterei Taschen für den „equal pay day“ am 20. März 2015.

Christa Thurau und Gudrun Körber von der AG Schwerter Frauengruppen verteilten gemeinsam mit Birgit Wippermann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte, am Internationalen Frauenfest in der Rohrmeisterei Taschen für den „equal pay day“ am 20. März 2015. © Foto: Bernd Paulitschke

Ziel aller Aktionen sei es, ins Gespräch zu kommen, so Birgit Wippermann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte.

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister, nimmt zu Beginn der SPD-Präsidiumssitzung im Willy-Brandt-Haus an einer Selfie-Aktion zum Equal Pay Day 2019 teil.

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister, nimmt zu Beginn der SPD-Präsidiumssitzung im Willy-Brandt-Haus an einer Selfie-Aktion zum Equal Pay Day 2019 teil. © Wolfgang Kumm/dpa

„Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ fordern die Bewegungen und auch die Politik.

Der sogenannte „Gender Pay Gap“ bleibt umstritten. Viele Erhebungen und Untersuchungen beziffern den Gender Pay Gap in Deutschland mit 21 Prozent. Dies ist jedoch der unbereinigte (also ohne Berücksichtigung der Berufgruppen und Modelle); bereinigt würde er 7 bis 8 Prozent betragen. Eine Zahl des statistischen Bundesamt, die besagt, dass der allgemeine Lohnunterschied bei Frauen und Männern unter allen Berücksichtigungen immer noch 7 bis 8 Prozent beträgt.

Die „LohnSpiegel“-Datenerhebung des WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung hat 2015 durch großflächige Umfragen herausgefunden, dass Frauen bei einer 38-Stunden-Arbeitswoche in der Zahntechnik beispielsweise 2200 Euro und Männer 3000 Euro brutto verdienen.

Ungleiche Aufstiegschancen

Ein Weg, dem Lohnunterschied entgegenzuwirken, ist das 2016 verabschiedete Gesetz für eine Frauenquote in Führungspositionen. Es soll eine Chancengleichheit schaffen: Männer und Frauen, die in gleicher Position arbeiten, sollen gleichermaßen Chancen haben, in die Führungsebenen aufzusteigen. Hierbei soll die weibliche Kollegin nicht auf eine zukünftige Familienplanung oder andere Vorurteile reduziert werden. Grundlage für die Verabschiedung des Gesetzes waren die geringen Zahlen von Frauen mit gleichen Qualifikationen in den Führungspositionen in Wirtschaft und Verwaltung.

Bemängelt wird von Frauen, dass eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf für sie oft schwieriger ist als für Männer. Inzwischen nimmt jedoch gut ein Drittel der Väter von Neugeborenen Elterngeld. Davon profitieren die Mütter, denn sie sind wieder deutlich stärker erwerbstätig, so das Statistische Bundesamt.

Das Bestehen des Gender Pay Gaps ist vor allem durch die sinkende Anzahl von Tarifverträgen möglich; nur noch circa 50 Prozent der Arbeitnehmer westdeutscher Bundesländer arbeiten in einem Tarifvertrag, in den ostdeutschen seien es sogar nur 40 Prozent, teilt der Deutsche Gewerkschaftsbund mit. Mithilfe des gesetzlich geregelten Mindestlohns und dem Entgelttransparenzgesetzes versucht das Bundesfamilienminesterium die Lohnungleichheit zu minimieren.

Internationaler Frauentag

Der erste Frauentag fand am 28. Februar 1909 in den USA statt. Schon damals diente der Tag den Frauen dazu, für ihre Rechte, insbesondere das Wahlrecht, einzustehen. Der Tag ist auch heute noch ein Symbol für die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und wird weiterhin weltweit zelebriert.

Zum Internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März, 10.30 Uhr lädt die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen in Schwerte (ASF) zu einem frauenpolitischen Frühstück in das Locanta am Markt ein. Sie wollen gemeinsam mit allen interessierten Frauen in Schwerte ins Gespräch kommen. Auch das Frauenpolitische Manifest der AG Schwerter Frauen soll bei diesem Frühstück diskutiert werden.

„Equal Pay Day“ — Politik und Initiativen

Zwei Frauen beim Equal Pay Day am 23.03.2012 in Berlin. Union und SPD wollen in einer großen Koalition die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen abbauen.

Zwei Frauen beim Equal Pay Day am 23.03.2012 in Berlin. Union und SPD wollen in einer großen Koalition die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen abbauen. © Stephanie Pilick/dpa

Der Equal Pay Day - eine Initiative des Vereins Business und Professional Women Germany e.V. (BPW Germany) wird durch das Bundesfamilienministerium gefördert. Seit circa zehn Jahren nimmt auch die Stadt Schwerte an diesem Aktionstag teil.

Für Samstag, 21. März, plant Birgit Wippermann gemeinsam mit der Schwerter Frauengruppe eine Aktion vor der VHS. Neben Infomaterial werden symbolisch Muffins verteilt. Die großen für die Frauen, die kleinen für die Männer. „Jetzt kriegen mal die Frauen mehr“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Sie wünscht sich für die Veranstaltung Austausch, Diskussion und Unterstützung.

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