Ein Bus der VKU hat ein Mädchen an einer Haltestelle in Holzen einfach stehen lassen. © picture alliance/dpa
Meinung

Wer auf den Bus zur Schule angewiesen ist, darf sich ruhig mal machtlos fühlen

Erfahrungen mit dem Bus zur Schule haben Schüler und die, die es einmal waren, wohl alle schon gemacht. Das Erlebnis von Lia (9) kann die VKU nicht aufklären – oder sie will es nicht kommunizieren.

Diese Recherchen sind müßig. Eine neunjährige Schülerin des Ruhrtalgymnasiums will mit dem Bus zur Schule fahren. Doch der Bus fährt an ihr vorbei, lässt sie einfach stehen. Natürlich hören wir in diesen Fällen bei der VKU nach. Und natürlich sagt uns die VKU nach ihrerseits „intensiver Recherche“, dass das praktisch nicht sein kann.

Natürlich kommen gleich zwei Busfahrer für die besagte Tour infrage, natürlich hat keiner der beiden ein junges Mädchen an der Bushaltestelle gesehen.

Natürlich war der Außendienst der VKU noch mal vor Ort, um sich die Situation an der Haltestelle anzuschauen. Fazit: Man hätte ein Kind sehen müssen, wenn es dort steht.

Was will man damit sagen? Dass Lia sich das ausdenkt?

Die Busfahrer des Subunternehmers, der für die VKU im Einsatz ist, würden ein mögliches Fehlverhalten höchstwahrscheinlich nicht zugeben.

Und was bleibt der VKU anderes übrig, als das so hinzunehmen und wiederum der Redaktion mitzuteilen?

Nein, falsch. Denn was ich nicht verstehe, ist: Warum kann die VKU nicht eindeutig klären, welcher Busfahrer zu diesem Zeitpunkt im Einsatz war und die Tour entlang der Feldmark in Holzen gefahren ist? Kann man es nicht klären oder will man es nicht? Hat man es geklärt, will das aber nicht kommunizieren?

Ich für meinen Teil hoffe für Lia, dass ihr das nicht noch mal passiert. Aber Erfahrungen mit Schulbussen haben Schüler und die, die es einmal waren, wohl alle schon gemacht. Rannte ich damals wie eine Irre zum Bahnhof, um den Bus nach der sechsten Stunde zu erwischen. Die Tür war schon dicht, er wollte losfahren, ich klopfte an die Scheibe, bat darum, mich noch mitzunehmen.

Der Fahrer schüttelte nur den Kopf und fuhr an – kraft seiner machtvollen Position innerhalb des Schülerverkehrs. Na danke!

Über die Autorin
Schwerte und Dortmunder Süden
Ist seit November 2020 für Schwerte und den Dortmunder Süden im Einsatz. Mag Nachrichten und nette Geschichten gleichermaßen. Schreibt gern, arbeitet aktuell aber eher im Hintergrund.
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Vanessa Trinkwald

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