Das Westhofener Kreuz soll ähnlich wie das Kamener Kreuz ausgebaut werden. © Neubauer
Ratsdebatte

Westhofener Kreuz: „Hier wird viel Geld in die falsche Richtung investiert“

Sechs Spuren für die A45 und eine großer Ausbau des Westhofener Kreuzes – das plant der Bund. Die Stadt fordert mehr Lärmschutz, die Grünen sind da radikaler: ein Auszug aus der Ratsdebatte.

Das Autobahnkreuz Westhofen soll ab dem Jahr 2025 umgebaut werden. Der Bund verspricht sich davon weniger Staus und flüssigeren Verkehr, allerdings erst ab 2030. So lange wird wohl gebaut.

Denn man will nicht nur dem Autobahnkreuz einen sogenannten Überflieger verpassen, der dafür sorgt, dass sich der Verkehr nicht mehr durch das Kleeblatt drängen muss, sondern man will auch die A45 von Westhofen bis Hagen auf drei Fahrspuren erweitern. Dagegen protestieren nicht nur Nachbarn: Die Stadt hat zumindest auf mehr Lärmschutz in ihrer Stellungnahme gedrängt.

CDU: Spange besser ebenerdig planen

So ganz zufrieden waren die Ratsmitglieder mit den Einwendungen der Stadt nicht. „Ich hätte noch darauf hingewiesen, dass man die Spange nicht als Brücke sondern ebenerdig bauen soll“, forderte Ratsherr Guntram Nies-von Colson. Denn in den bisherigen Planungen soll der Überflieger als Brücke über dem Kreuz herführen.

Anstelle eines Lärmschutzes will man hier die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzen. Die Stadt fordert zwar eine echte Lärmschutzlösung, der CDU-Ratsherr glaubt aber, dass die nur durch eine Spange die in Tunneln unter der Autobahn herführt bewerkstelligt werden kann.

Grüne finden den Ausbau rückwärts gewandt

Überhaupt nicht einverstanden mit der städtischen Stellungnahme sind die Grünen. „Das ist ein Projekt, das eigentlich überholt ist“, sagte Fraktionssprecher Bruno Heinz-Fischer. „Wir hätten uns von der Stadt gewünscht, da kritischer drauf einzugehen. Der Ausbau von Autobahnen ist rückwärts gewandt und überholt. Das ist lange Zeit ein Fortschrittsversprechen gewesen“, so Heinz-Fischer. Letztlich führe es aber nur dazu, dass es immer mehr Autos gebe.

1980 habe es 23 Millionen PKW gegeben, 2020 schon 48 Millionen. „Das lässt sich so nicht fortsetzen. Das ist ein Prinzip, dass nicht mehr funktioniert. Da wird eine Menge Geld in die falsche Richtung investiert“, so der Sprecher der Grünen im Rat.

Rückkehr auf die Schiene dauert 100 Jahre

Das Bild, das Heinz-Fischer da entwerfe sei falsch, fand CDU Ratsherr Egon Schrezenmaier und erklärte: „Warum haben wir so viele Fahrzeuge? Weil wir alle bei Amazon und E-Bay bestellen.“ Man habe den Fehler begangen viele Transporte von der Schiene runterzunehmen. „Wenn wir das rückgängig machen wollen, dauert das zehn, nein eher 100 Jahre“, so Schrezenmaier.

Letztlich stimmten die Fraktionen bis auf die Grünen der Stellungnahme der Stadt zu. Die war ohnehin schon nach Arnsberg geschickt worden, vorbehaltlich eines Ratsentscheides.

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Heiko Mühlbauer

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