Wie hoch ist Schwertes Solar-Potenzial?

Kataster des RVR

Die Viktorkirche ist grün markiert im neuen Solardachkataster des Regionalverbands Ruhr (RVR). Das bedeutet: Das Dach der Kirche ist gut geeignet für eine Solaranlage. So eine Einschätzung gibt es nun für jedes einzelne Gebäude in Schwerte. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur interaktive Karte des RVR.

SCHWERTE

, 12.09.2017, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wir haben uns das Stadtgebiet im neuen Solardachkataster des RVR angesehen. Hier die Stadtmitte.

Wir haben uns das Stadtgebiet im neuen Solardachkataster des RVR angesehen. Hier die Stadtmitte.

Welche Informationen kann man in der Karte ablesen?

Unterschieden wird zwischen der Eignung für Photovoltaikanlagen und Thermie. Bei letzterer wird kein Strom erzeugt, sondern Wasser erwärmt. Die Gebäude sind rot (nicht geeignet), orange (bedingt geeignet), gelb (geeignet) oder grün (gut geeignet) markiert. Außerdem kann man sehen, wo auf dem Dach die Sonneneinstrahlung wie hoch ist und welche Dachflächen des Gebäudes für eine Solaranlage geeignet sind.

Wie sieht die Karte für Schwerte aus?

Viele große Gebäude sind grün markiert. Darunter sind zum Beispiel die Sparkasse, das Marienkrankenhaus, das Friedrich-Bährens-Gymnasium oder auch das Ültje-Werk. Gelb eingefärbt sind zum Beispiel der Freischütz oder die Marienkirche an der Goethestraße. Da, wo es dicht bebaut ist und Dachflächen nicht nach Süden ausgerichtet sind, gibt es auch nur wenig Potenzial – soweit, so einleuchtend.

Welche Voraussetzungen muss ein Gebäude erfüllen, um für eine Solaranlage geeignet zu sein?

Auf einem Flachdach gibt es keine Probleme, dort kann man die Anlage nämlich einfach in Richtung Sonne ausrichten. Bei einem Schrägdach kommt es auf die Ausrichtung an. „Sehr gut ist eine Ausrichtung nach Süden, Südosten oder Südwesten. Norden, Nordosten oder Nordwesten hingegen lohnt sich überhaupt nicht“, sagt Wolfgang Beckröge, Referatsleiter Geoinformation beim RVR. Außerdem komme es auf die Größe des Daches an. Das Kataster berücksichtigt zugleich auch, ob große Bäume oder höhere Gebäude ihren Schatten auf ein anderes Dach werfen. Das ist auch auf der Schwerter Karte gut zu sehen: Die meisten roten Gebäude sind klein und stehen direkt neben anderen, großen Gebäuden. Oder am Waldrand.

Könnte also auf jedem grün markierten Gebäude eine Solaranlage installiert werden?

Nein. Die statische Eignung der Dachflächen oder Vorgaben des Denkmalschutzes werden in dem Kataster nämlich nicht berücksichtigt. Der RVR empfiehlt auf seiner Internetseite, sich bei Interesse vor Ort von einer Fachberatung informieren zu lassen.

Woher kommen die Daten für das Kataster denn?

Der interaktiven Karte auf der Internetseite des RVR liegen die Grundrisse der Gebäude zugrunde. Diese Informationen werden kombiniert mit Geodaten des nordrhein-westfälischen Landesvermessungsamtes. Dafür fliegen Flugzeuge über ganz NRW und tasten mit Lasern die Oberfläche ab. So wird zum Beispiel festgestellt, wie hoch die Gebäude und wie schräg die Dächer sind. „Kleine Aufbauten wie Schornsteine oder kleine Gauben können aber nicht erkannt werden“, sagt Beckröge. Da es nicht möglich ist, das ganze Bundesland in einem Jahr zu überfliegen, stammen die Daten der verschiedenen Städte aus unterschiedlichen Jahren. Die aus Schwerte wurden schon 2012 erhoben. Das heißt aber auch, dass sie bald aktualisiert werden. Denn circa alle sechs Jahre vermisst das Landesvermessungsamt jede Region neu. Dann wird auch das Kataster des RVR aktualisiert. 

Lesen Sie jetzt