Heike Nickolay von der St.-Viktor-Apotheke bittet die Kunden, nicht direkt am 15. Dezember die kostenlosen Masken abzuholen. © Bernd Paulitschke
Kostenlose Masken

Wie läuft es mit den kostenlosen FFP-2-Masken? Schwerter Apotheken überrascht und besorgt

Die Bundesregierung versprach kostenlose FFP-2 Maske für Ältere und Kranke. Die Apotheken erfuhren erst Mittwoch, dass sie das organisieren. Wie die Aktion abläuft, und was bislang offen bleibt.

In einer Pressemitteilung kündigte die Bundesregierung am Mittwochabend (9.12) an, 27 Millionen Bundesbürger mit FFP-2-Masken auszustatten, um die Ausbreitung des Corona-Virus weiter eindämmen zu können. Menschen über 60 Jahre oder mit Vorerkrankung sollen noch im Dezember jeweils fünfzehn der besseren Mund-und Nasen-Schutzmasken erhalten.

Maskenabgabe in drei Schritten

Die Abgabe der Masken soll laut Pressemitteilung in drei Schritten erfolgen. Voraussichtlich ab dem 15. Dezember können sich berechtigte Bürger unter Vorlage des Personalausweises oder einem Beleg über ihre Zugehörigkeit zur Risikogruppe drei kostenlose Masken in der Apotheke abholen. Die Regelung soll bis zum 31. Dezember gültig sein.

Ab dem 1. Januar sollen Berechtige dann noch einmal 12 Masken erhalten. Die zweite und dritte Charge der Masken werde aber nur mit gegen Vorlage eines fälschungssicheren Coupons erhältlich sein. Die Coupons werden von den Krankenkassen zugesandt. Ab dem neuen Jahr müssen Maskenabholer auch zwei Euro Eigenanteil pro Coupon bezahlen. Insgesamt lässt sich der Bund die Maßnahme 2,5 Milliarden Euro kosten.

Schwerter Apotheken überrascht

Für die Schwerter Apotheken kam die neue Regelung der Bundesregierung zwar nicht überraschend, die Kommunikation über die Maskenabgabe dafür umso mehr. „Ich habe von der neuen Regelung auch erst durch die Presse erfahren. Im Vorhinein kam leider niemand auf uns zu.“, so Heike Nickolay, Inhaberin der St.-Viktor-Apotheke. Seitdem, sei sie nur noch damit beschäftigt FFP-2-Masken zu bestellen, um für den 15. Dezember gewappnet zu sein.

Die kurzfristige Pressemitteilung wirft bei den Schwerter Apothekern einige Fragen auf. „Die Apotheken sind selber für die Bestellung der Masken zuständig und wir wissen nicht, ob alle Apotheken bis zum 15. ausgestattet sind.“, sorgt sich Nickolay. Auch Sarah Doll, Inhaberin der Rathaus-Apotheke ist überrascht: „Keiner wusste bis gestern von irgendetwas. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen noch weitere Informationen bekommen.“

Funktioniert Abgabe auf Vertrauensbasis?

Nicht nur die Bestellung sorgt für Kopfzerbrechen bei den beiden Apothekerinnen. Auch über die Art der Abgabe herrscht Verwunderung. „Die erste Charge der Masken läuft noch ohne Coupons und damit rein auf Vertrauensbasis.“, erklärt Heike Nickoley. Die Bediensteten können nicht überprüfen, wer sich schon in einer anderen Apotheke seine kostenlosen Masken abgeholt hat. „Die Apotheken werden untereinander ein Konzept entwickeln müssen, um Missbrauch zu vermeiden.“, so Sarah Doll. Und das sei nicht so einfach, schließlich gäbe es alleine in Schwerte mutmaßlich 1500 bis 2000 Berechtigte.

Da die Apotheken die Bestellungen der Masken zunächst aus eigener Tasche bezahlen müssen, fragen sich die Apotheker auch besorgt, wann die Zuschüsse der Regierung wieder bei den Apotheken landen. „Die Vorbereitungszeit ist deutlich zu gering, die Informationslage nicht klar genug.“, beklagt Nickolay.

Apothekerin mit Bitte an Berechtigte

Um die Situation für die Apotheken und Kunden einfacher zu machen, hat Heike Nickolay mehrere Bitten an die Schwerter Bürger. „Ich will noch einmal darauf aufmerksam machen, dass die Regelung frühestens ab dem 15. Dezember gilt. Vorher können wir auch keine kostenlosen Masken herausgeben.“

Zudem bittet die Inhaberin der St.-Viktor-Apotheke darum, nicht unbedingt am ersten Tag zu kommen, um kein unnötiges Infektionsrisiko in den Schlangen vor den Apotheken einzugehen. „Statt eines Ansturms auf die Apotheken an den ersten zwei Tagen, wäre es hilfreich wenn Berechtigte die Abholung der Masken einfach mit einem ohnehin geplanten Stadtbesuch oder Spaziergang verbinden.“ Zuletzt bittet Heike Nickolay ältere Menschen und Risikopatienten vor allem bei der ersten Charge der Maskenabgabe um Ehrlichkeit: „Wenn jeder die Masken abholt, die ihm zustehen, fehlen die nötigen Masken dann nicht an anderen Orten.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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