Wie sicher ist mein Geld auf dem Sparbuch bei Sparkasse und Volksbank?

mlzNach Streit bei Postbank

Eine Kundin bekommt ihr Geld vom Sparbuch nicht ausgezahlt. Das passiert bei uns nicht, sagen Sparkasse und Volksbank. Doch wer keinen Umsatz hat, dessen Geld wird auch dort umgebucht.

Schwerte

, 26.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 400 Euro hatte Stefanie G. auf ihrem alten Sparbuch. Das Geld hatte sie 2018 eingezahlt. Dennoch kam sie nicht an ihr Geld. Die Postbank hatte diese Art Sparbücher schon vor Jahren gelöscht. Das Geld befand sich auf einem Sammelkonto. Das kann bei Banken vor Ort nicht passieren? Nein, auch Sparkasse und Volksbank buchen Geld von Sparbüchern, die über Jahre oder Jahrzehnte keine Kontobewegung aufweisen, auf andere Konten um. Ausgezahlt würde aber auf jeden Fall, beteuern die heimischen Geldinstitute.

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Nach fünf Jahren wird das Konto aufgelöst

Fünf Jahre müsse das Konto ohne eine Bewegung sein, außerdem muss der Betrag unter 500 Euro liegen. Dann geht das Geld bei der Sparkasse auf ein Sammelkonto über. Wie Stefan Knoche von der Sparkasse erklärt, ginge bei diesem Vorgang aber kein Anspruch verloren. „Das Geld wird vertragsgemäß weiter verzinst und auch auf Antrag ausgezahlt“, so Knoche. Was nicht mehr geht: Einzahlen auf so ein Sparbuch. Außerdem ist bei einem Sparbuch immer wichtig, das Buch bei Auszahlungen vorzulegen. Denn mit dieser Urkunde hat man auch Anrecht auf sein Geld. Wer zur Sparkasse geht und das Buch mitbringt, kann es auch reaktivieren lassen, wenn es bereits auf das Sammelkonto übergegangen ist.

Ein bis zweimal im Monat melde sich ein Kunde mit einem nicht mehr aktiven Sparbuch, erläutert Knoche.

Bei der Volksbank sieht es ähnlich aus

Bei der Volksbank sieht es ähnlich aus, allerdings liegen die Beträge hier niedriger. Wer in fünf Jahren weniger als 15 Euro Umsatz auf seinem Sparbuch habe, dessen Geld werde auf ein Sammelkonto umgebucht, erklärt Lars Gröhnke. Und auch hier bekomme man das Geld aber ohne weiteres ausgezahlt, wenn man mit dem Sparbuch komme. Auch die Verbraucherzentrale rät dazu, das Buch gut aufzuheben, als Beleg und Urkunde.

Was tun, wenn das Sparbuch weg ist?

Was aber tun, wenn das Sparbuch verschwunden ist, oder so stark beschädigt, dass man es nicht mehr lesen kann? „Dafür gibt es rechtliche Vorgaben, sagt Sparkassenmann Knoche. Man muss möglichst schnell die Sparkasse informieren. Die kann das Sparbuch sperren. Denn wenn das Dokument in falsche Hände gerät, kann das Geld abgehoben werden. Zumindest dann, wenn man kein Passwort vereinbart hat.

In der vergangenen Woche berichteten die Ruhr Nachrichten über einen Fall, in dem eine Kundin auf ein schon gelöschtes Sparbuch 400 Euro eingezahlt hatte. In den Filialen der Postbank verweigerte man der Kundin später die Auszahlung. Mittlerweile hat die Postbank aber den Fehler eingestanden und erklärt, das Geld mit 50 Euro zusätzlich für die Umstände, zurückzuzahlen.

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