Wie Wünsche in Schwerte im Haus am Stadtpark in Erfüllung gehen

mlzWunschwand

Seitdem die Wunschwand im Haus am Stadtpark hängt, können Bewohner ihre Wünsche dort hinterlassen. Warum die Reaktionen am Anfang zurückhaltend waren und wie der Stand jetzt ist.

von Sophie Eichler

Schwerte

, 10.07.2019, 14:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ruth Jahn und Hobert Dupke sind die ersten Bewohner, deren Wünsche im Haus am Stadtpark in Erfüllung gegangen sind. Seit April hängt in der Eingangshalle des Schwerter Seniorenzentrums eine Wand, an der Bewohner ihre Wünsche auf bunte Karten schreiben und aufhängen können.

Hauptziel des Projektes ist es, die Bewohner aus ihrem Alltag herauszuholen. Nach anfänglicher Zurückhaltung wurden nun die ersten Wünsche in die Tat umgesetzt.

Es ging ins Theater

Am Samstag, 22. Juni, ging für die beiden Bewohner des Seniorenzentrums ein Traum in Erfüllung. Ruth Jahn und Hobert Dupke hatten sich einen Theaterbesuch gewünscht, der mit Hilfe der Organisatoren schnell umgesetzt werden konnte. Für Hobert Dupke, der früher in Wuppertal gelebt hat, war sofort klar, was er sich wünschen soll: „Ich bin früher viel rumgekommen und war sehr oft im Theater.“

Es ging für sie zum Theater Hagen in die Vorstellung „Fußnote: Let’s do it all!“ des SeniorInnenclubs. Begleitet wurden sie sowohl von ehrenamtlichen Begleitern als auch von Ruth Jahns Tochter, die den Rollstuhl ihrer Mutter während des Stücks hin und her drehte, um ihr optimale Sicht zu ermöglichen.

Mit einer ebenerdigen Bühne fühlten sich die Zuschauer mitten im Geschehen. „Es ist gut, dass so etwas für uns gemacht wird. Uns hat der Abend sehr gut gefallen.“ Lachend fügt Hobert Dupke hinzu: „Wir haben hier im Seniorenzentrum eigentlich Theater genug, aber das war eine sehr schöne Veranstaltung.“

Vor der Vorstellung hatten die Wünschenden mit ihren Begleitern noch genug Zeit, um bei bestem Wetter und guter Stimmung noch ein erfrischendes Getränk in einem Restaurant zu sich zu nehmen. Zum Highlight des Abends gehöre aber definitiv das Gespräch und Foto mit dem Ensemble nach der Vorstellung. Die Gruppe möchte das Programm des Theaters im Auge behalten, um dieses Erlebnis zu wiederholen.

Einrichtungsleiter Jörg Becker findet das Projekt einmalig und ist glücklich, dass es in seinem Haus stattfindet. „Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie toll ich die Wunschwand für unsere Bewohner finde“, schwärmt Becker.

Reaktionen nach wie vor zurückhaltend

Auch wenn die ersten Wünsche nun umgesetzt wurden, sind die Reaktionen nach wie vor verhalten. Die Skepsis der Bewohner, ob das Projekt wirklich kostenfrei sei, überwiege noch zum Teil. Doch Sozialdienstleiterin Michaela Kops ist optimistisch, dass sich jetzt etwas ändern wird: „Ich hoffe, dass sich die anderen Bewohner von der positiven Rückmeldung der ersten Wunscherfüllung anstecken lassen.“ Jörg Becker freut sich, wenn die Wünsche seiner Bewohner weiterhin in Erfüllung gehen und hofft auf Fortführung des Projekts.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt