Wieder eine Möglichkeit weniger: WC auf dem Katholischen Friedhof vorerst geschlossen

mlzToiletten in Schwerte

Eklige Vandalismusschäden häuften sich. Sie zwangen Friedhofsgärtnermeister Heiner Knostmann zu der Maßnahme. Offensichtlich hatten Obdachlose den Raum als Schlafplatz benutzt und verdreckt.

Schwerte

, 31.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wände und Fußboden waren völlig beschmiert. Ein unbeschreiblicher Gestank schlug Heiner Knostmann entgegen, als er die Tür zur Toilette auf dem Katholischen Friedhof öffnete. „Das war eklig“, sagt der Friedhofsgärtnermeister: „Alles war versaut.“ Und leider kein Einzelfall.

Die Eingangstür bleibt vorerst verschlossen

Dreimal hintereinander fanden er und seine Mitarbeiter den kleinen Raum, der an die Trauerhalle angebaut ist, in diesem schrecklichen Zustand vor. Deshalb mussten sie jetzt die Reißleine ziehen. Die Eingangstür zum WC, die sich sonst gegen Einwurf einer 20-Cent-Münze öffnen ließ, bleibt verschlossen: „Nur wenn wir dort arbeiten, machen wir sie auf.“

Bei dieser Maßnahme bleibt es erst einmal, bis die kalte Jahreszeit vorbei ist. Denn offensichtlich waren es Obdachlose, die die Friedhofstoilette als Schlafplatz entdeckt und total verdreckt hatten. „Wir haben nichts dagegen, wenn die da mal pennen“, sagt Knostmann: „Aber sie sollten es so hinterlassen, wie sie es vorgefunden haben.“

Waschbecken als Feuerstelle benutzt

Jetzt hätten sich die Nichtsesshaften diese Möglichkeit selbst verbaut. Dabei hätten sie in dem kleinen Raum nicht nur einen Heizkörper zum Wärmen zur Verfügung gehabt, sondern auch ein Waschbecken und sogar eine Steckdose, in die man beispielsweise einen Elektrokocher anschließen könnte, um sich eine Dose Ravioli warm zu machen.

Stattdessen erlebte Knostmann jedoch anderes: „Die haben im Waschbecken schon ein kleines Feuer gemacht.“ Offensichtlich als Kochstelle. Aber das sei doch nicht nur gefährlich, weil sich in dem Raum durch das Verbrennen giftiges Kohlenmonoxid sammeln könnte. Man habe auch Angst, dass die ganze Trauerhalle in Brand geraten könnte.

Erst im Frühjahr wieder dauerhaft offen

„Das ist uns zu gefährlich“, erklärt Knostmann. Deshalb werde er die Toilette erst im Frühjahr wieder dauerhaft aufmachen können - wenn sie wegen steigender Temperaturen vermutlich nicht mehr als Schlafplatz gefragt ist. Bis dahin können Friedhofsbesucher nur hineingelassen werden, wenn die Friedhofsgärtner auf dem Gelände zu tun haben. Das ist in der ruhigen Zeit derzeit seltener der Fall. Aber jeden Tag - so Knostmann - komme er einmal, um nach dem Rechten zu sehen. Mitte Januar geht, wenn das Wetter es zulässt, die Arbeit auf den Gräberfeldern wieder richtig los. Dann werden die Wochen vor allem genutzt, um Büsche und Bäume zu beschneiden.

Friedhofsbesucher müssen sich also vorerst vorsehen. Da das Gelände an der Friedhofstraße außerhalb der Innenstadt liegt, ist der Weg zur nächsten Toilette weit. Selbst zur nächsten Gaststätte ist es noch ein ganzes Stück zu Fuß.

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