Wildkräuter in Schwerte: Ein Aphrodisiakum und Helfer bei Verletzungen

mlzVideo-Serie Teil 4

Im Salat oder als Heilmittel sind Wildkräuter bereits seit Jahrhunderten bekannt. Viele laufen an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Dabei bewirkt manches Kraut vom Wegesrand wahre Wunder.

Schwerte

, 04.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wachsen fast überall in der Stadt, werden aber selten beachtet: Wildkräuter. In unserer Serie führt Kräuter-Experte Ferdinand Ziese durch die Welt der Pflanzen am Wegesrand, in denen oft mehr steckt, als man denkt.

Heute: ein Aphrodisiakum und ein Helfer bei Verletzungen der Haut.

Die Brennnessel

Beim Spielen in der Natur hat man als Kind bereits erfahren können, woher die Brennnessel ihren Namen hat. Die mehrjährige Pflanze hat Brennhaare, die bei Berührung schmerzhafte Quaddeln verursacht.

Dagegen hat Ferdinand Ziese einen Tipp: „Die Brennnesseln kann man mit einem Holz bearbeiten, sodass die Brennhärchen weggehen. Sie können die Brennnesseln aber auch einfach abkochen.“ Die bekannteste Verwendung findet die Brennnessel ohnehin im Tee.

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Die Frühlingsblätter und die oberen Stängel kann man wie Spinat zubereiten. Die Brennnessel ist wegen ihres hohen Eiweißgehaltes bei vegetarischer Ernährung eine gute Protein-Quelle.

Auch für die Samen kennt Ziese eine Verwendung: „Die Samen schmecken hervorragend in Honig, Frischkäse und in Quark.“

Als Heilpflanze wird die Brennnessel gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt. Auch eine aphrodisische Wirkung wird der Pflanze nachgesagt.

Den Gärtnern hilft die Brennnessel bei Mehltau, Pilzbefall und Läusen auf Pflanzen. Zudem ist sie ein Indikator für stickstoffhaltigen Boden.

Viele verbinden mit der Brennnessel schmerzhafte Erfahrungen. Sie kann aber vielfältig in Küche und Garten eingesetzt werden.

Viele verbinden mit der Brennnessel schmerzhafte Erfahrungen. Sie kann aber vielfältig in Küche und Garten eingesetzt werden. © Dennis Görlich

Der Gundermann

Den Gundermann kennt man auch unter dem Namen Erd-Efeu, da sich die Ausläufer ähnlich dem Efeu auf dem Boden verbreiten.

Das Wort „Gund“ entstammt vermutlich der gotischen Sprache, was sich mit „Eiter“ übersetzen lässt. „Bei Verletzungen der Haut kann man die Blätter darauf legen und die ziehen die Entzündungen daraus“, erklärt Ferdinand Ziese.

Bevor der Hopfen den Weg ins Bier fand, wurde der Gundermann zur Konservierung des Bieres verwendet. Aufgrund der Bitterstoffe und ätherischen Öle eignet sich Gundermann gut als vielfältiges Gewürz in der Küche.

Gundermann soll als Tee zubereitet nicht nur Schwermetalle aus dem Körper ausschwemmen können, sondern auch Pestizide, die über Obst und Gemüse aufgenommen wurden.

Als Mundspülung hilft Gundermann bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen.

Wer für den nächsten Besuch noch neue Snack-Ideen braucht, für den hat Ziese noch einen besonderen Tipp: „Gundermannblätter kann man auch schön in Schokolade tauchen oder in der Fritteuse zu Chips machen. Die schmecken herrlich.“

Der Gundermann eignet sich zur Behandlung von Hautverletzungen, macht aber auch als Snack eine gute Figur.

Der Gundermann eignet sich zur Behandlung von Hautverletzungen, macht aber auch als Snack eine gute Figur. © dpa

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Ferdinand Ziese erklärt Wildkräuter in Schwerte, Teil 4

Die Angaben zur Verwendung und Wirkung der Kräuter entsprechen persönlichen Erfahrungen. Nicht alle Angaben sind wissenschaftlich erwiesen. Fragen Sie also in jedem Fall vor der Verwendung von Ihnen unbekannten Kräutern einen Arzt oder Apotheker, ob die Verwendung sinnvoll erscheint. So können Sie Gefahren durch die Einnahme ausschließen.

Kräuterführungen in Schwerte

Vom Markt bis zur Ruhr und zurück

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Wildkräuter-Führungen mit Ferdinand Ziese zurzeit ausgesetzt. Ansonsten startet „Kräuter-Ferdi“ seine Rundgänge jeden Mittwoch um 18 Uhr am Marktbrunnen vor St. Viktor. Die Teilnehmer lernen etwa 30 essbare und heilende Kräuter kennen. Anmeldungen sind unter Tel. 0176 66 10 50 30 oder über die Touristik-Information im Ruhrtalmuseum möglich. Eine Spende von 9 Euro an den Heimatverein Schwerte wird erbeten.
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