Wildkräuter in Schwerte: Wanderfreund und Hilfe bei Asthma

mlzVideo-Serie Teil 6

Im Salat oder als Heilmittel sind Wildkräuter bereits seit Jahrhunderten bekannt. Viele laufen an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Dabei bewirkt manches Kraut vom Wegesrand wahre Wunder.

Schwerte

, 10.06.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wachsen fast überall in der Stadt, werden aber selten beachtet: Wildkräuter. In unserer Serie führt Kräuter-Experte Ferdinand Ziese durch die Welt der Pflanzen am Wegesrand, in denen oft mehr steckt, als man denkt.

Heute: Ein Wanderhelfer und ein Kraut zum Durchatmen.

Der Breitwegerich

Das Kraut ist für seine löffelförmigen und handtellergroßen Blätter bekannt. Deshalb empfiehlt Ferdinand Ziese diese Pflanze besonders den Wanderern: „Wenn nach der Wanderung die Füße weh tun, dann legen Sie die Blätter in die Schuhe. Das fühlt sich angenehm weich an.“ Zudem helfen die Blätter, Blasen an den Fußen zu vermeiden.

Die jungen Blätter des Breitwegerich sind selbstverständlich auch im Salat gut aufgehoben. Aus jungen und alten Blättern lässt sich eine Art Sauerkraut herstellen. 100 Gramm enthalten ähnlich viel Vitamin A wie eine Karotte.

Auch die Wurzel des Breitwegerichs kann gegessen werden. Geerntet wird die Wurzel zwischen Oktober und April und kann dann wie andere Wurzeln gekocht werden.

Eine geschichtliche Anekdote darf bei Ziese auch beim Breitwegerich nicht fehlen: „Die Mädchen haben früher die Blätter abgerissen und die Fädchen des Stiels gezählt. Dann wussten sie, wie viele Kinder sie kriegen.“

Den Breitwegerich können Wanderer nach einem langen Tag in ihre Schuhe stecken.

Den Breitwegerich können Wanderer nach einem langen Tag in ihre Schuhe stecken. © Dennis Görlich

Das Gefleckte Lungenkraut

Die ausdauernde krautige Pflanze fällt durch ihre grünen Blätter mit den weißen Punkten sofort ins Auge. Die Blüten des Krautes blühen zwischen März und Mai erst rot, später dann blau.

Auch beim Gefleckten Lungenkraut eignen sich die jungen Blätter für Salat oder Rohkostgerichte. Auch die Blüten können dem Salat beigegeben werden. Geschmacklich sind die Blätter mit der Gurke vergleichbar.

Die Blätter enthalten Kieselsäure, Schleime, Saponine, Gerbstoffe und größere Mengen Mineralien. In einem Tee soll das Lungenkraut daher Halsweh, Husten und Heiserkeit lindern. Blasenproblemen und Durchfallbeschwerden soll damit ebenfalls Abhilfe geleistet werden können.

Wer keinen Tee mag, kann aus dem Lungenkraut auch ein Heilbier für Atemwegsbeschwerden herstellen. Dazu müssen die Blätter zusammen mit dem Lieblingsbier lediglich erhitzt werden. Nach dem Abkühlen kann das Getränk wie Hustensaft eingenommen werden.

Das Lungenkraut kann die Atemwege stärken und hilft bei Husten und Heiserkeit.

Das Lungenkraut kann die Atemwege stärken und hilft bei Husten und Heiserkeit. © Dennis Görlich

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Ferdinand Ziese erklärt Wildkräuter in Schwerte, Teil 6

Die Angaben zur Verwendung und Wirkung der Kräuter entsprechen persönlichen Erfahrungen. Nicht alle Angaben sind wissenschaftlich erwiesen. Fragen Sie also in jedem Fall vor der Verwendung von Ihnen unbekannten Kräutern einen Arzt oder Apotheker, ob die Verwendung sinnvoll erscheint. So können Sie Gefahren durch die Einnahme ausschließen.

Kräuterführungen in Schwerte

Vom Markt bis zur Ruhr und zurück

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Wildkräuter-Führungen mit Ferdinand Ziese zurzeit ausgesetzt. Ansonsten startet „Kräuter-Ferdi“ seine Rundgänge jeden Mittwoch um 18 Uhr am Marktbrunnen vor St. Viktor. Die Teilnehmer lernen etwa 30 essbare und heilende Kräuter kennen. Anmeldungen sind unter Tel. 0176 66 10 50 30 oder über die Touristik-Information im Ruhrtalmuseum möglich. Eine Spende von 9 Euro an den Heimatverein Schwerte wird erbeten.
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