Winkler verlässt Rathaus – zweiter Mann hinter Böckelühr und Axourgos

mlzBeigeordneter in Schwerte

Gleich zwei Drittel des Trios an der Spitze der Stadtverwaltung wurde am Donnerstag vom Rat verabschiedet. Darunter Hans-Georg Winkler, der zwei Jahrzehnte lang zweiter Mann im Rathaus war.

Schwerte

, 13.08.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Abschied für quasi alle Beigeordneten. Zwei Drittel der Stadtspitze wurden am Donnerstag vom Rat der Stadt verabschiedet. Während Kämmerin Bettina Brennenstuhl nach nur vier Jahren Amtszeit die Stadt verlässt und in Lünen Erste Beigeordnete wird, war ihr Kollege Hans-Georg Winkler über zwei Jahrzehnte der zweite Mann im Schwerter Rathaus. Für ihn beginnt nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst der Vorruhestand.

Auch Winklers langjähriger Chef und Weggefährte, Alt-Bürgermeister Heinrich Böckelühr, war für den Festakt in den Ratssaal zurückgekehrt. Die Abschiedsrede war aber dem amtierenden Bürgermeister, Dimitrios Axourgos, vorbehalten. Er wandte sich an beide Beigeordnete: „Danke für ihre immer über jeden Zweifel erhabene Arbeit.“

Lob von der Sekretärin

In seiner Rede zitierte Axourgos Winklers Sekretärin Ingrid Mergner: „Hans-Georg Winkler hat immer ein feines Gespür gehabt, ist sehr vertrauensvoll mit Worten umgegangen, hat das aber auch immer von seinen Gesprächspartnern erwartet, er war stets gewissenhaft und sehr zuvorkommend.“

Rettung der Schwerter Tafel

In der offiziellen Würdigung der Stadt heißt es: „Hans-Georg Winkler hat in zwei Jahrzehnten viel für die Stadt Schwerte getan.“ Als Erster Beigeordneter und Vertreter des Bürgermeisters leitete er das Dezernat II und war Chef des Schulverwaltungsamtes, des Sozialamtes und des Jugendamtes. Er sei dabei gewesen, als es um die Rettung der Schwerter Tafel ging, und habe in der ersten Reihe gestanden, als 2015 „die Flüchtlingskrise zu einer der größten Herausforderungen für diese Stadt“ geworden sei. „Auch an den Veränderungen in der Schwerter Schullandschaft hat er mitgearbeitet.“

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Die Gründung der zweiten Gesamtschule fand in seiner Amtszeit statt, aber auch der vergebliche Versuch zur Gründung einer Sekundarschule. Er war zuständig für die Einführung der Offenen Ganztagsschulen 2003 und den Neubau der Jahnturnhalle.

Im Bereich Kultur hat er die Gründung des Kultur- und Weiterbildungsbetriebs als Anstalt öffentlichen Rechts vorangetrieben und wurde auch deren Verwaltungsratsvorsitzender. Zweimal wurde er vom Rat der Stadt wiedergewählt.

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Kinder, Enkel und Reisen durch Deutschland

Nun beginnt für Winkler ein neuer Lebensabschnitt. „Ich werde mit meiner Frau Ulrike Deutschland erkunden und mir noch unbekannte Ort besuchen“, berichtet er von seinen Plänen, in denen natürlich auch Kinder und Enkelkind eine große Rolle spielen werden. Dennoch wird er Schwerte verbunden bleiben. „Das ist eine liebenswerte Stadt“, sagt er und schätzt nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen mit ihrem hohen ehrenamtlichen Engagement zum Beispiel rund um die Kultur besonders hoch ein. Er bleibt Mitglied im Rotary-Club und zunächst auch noch Vorsitzender in der Ortsgruppe Schwerte im Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Bettina Brennenstuhl verabschiedet sich sichtlich gerührt

Zum Abschied kündigte er Spenden an die Tafel und den Sozialdienst Katholischer Frauen. Schließlich habe er als Sozialdezernent auch diese Seite der Stadt kennengelernt.

Glückwunsch mit Maske: Bettina Brennenstuhl nimmt hier die Abschiedsgrüße von CDU-Fraktionschef Marco Kordt entgegen.

Glückwunsch mit Maske: Bettina Brennenstuhl nimmt hier die Abschiedsgrüße von CDU-Fraktionschef Marco Kordt entgegen. © Heiko Mühlbauer

Bettina Brennenstuhl hatte viereinhalb Jahre die Kämmerei geleitet. Leicht hätte man ihr es in Schwerte gemacht, sagte sie in ihrer Abschiedsrede. Auch wenn es beim jüngsten Haushaltsentwurf etwas rumpelig zuging – sie verabschiedete sich sichtlich gerührt aus Schwerte.

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