Wird auf FAB-Gelände doch kein Spaßbad gebaut?

Freizeit- und Allwetterbad in Schwerte

Es las sich ohnehin wie ein Aprilscherz: Auf dem Gelände des gescheiterten und mittlerweile abgerissenen Freizeit- und Allwetterbades (FAB) in Schwerte wollte ein Investor ein neues XXL-Spaßbad mit 15 Rutschen, Hotel und dem größten Tauchcenter Europas bauen. Jetzt zeichnet sich ab: Die Zukunft des Geländes sieht wohl ganz anders aus.

SCHWERTE

, 12.05.2015, 12:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wird auf FAB-Gelände doch kein Spaßbad gebaut?

Das Freizeit- und Allwetterbad (FAB) Schwerte aus der Luft. Mittlerweile ist das Spaßbad abgerissen.

Zwei Vorschläge wurden zuletzt diskutiert, wie das Gelände des FAB in Schwerte genutzt werden könnte:

  • Die Fantasy-Holding-Group aus der Schweiz wollte auf dem Gelände ein karibisches XXL-Erlebnisbad mit Piratenschiff, 15 Rutschen, Wellenbad, Hotel mit 60 Zimmern und dem größten Tauchcenter in Europa errichten.
  • Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Schwerte (GWG) wollte dort 50 bis 60 öffentlich geförderte Sozialwohnungen bauen.

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Jetzt wurde ein dritter Vorschlag bekannt, der gute Chancen auf Erfolg hat: Das Gelände soll zum Naherholungsgebiet werden. Das schlägt die CDU-Fraktion in einem Antrag an den Rat vor – und der hat gute Chancen, angenommen zu werden.

Denn die Christdemokraten liegen mit ihrer Meinung nicht weit von der der Grünen entfernt, die schon seit Langem fordern, das Grundstück nicht weiter zu bebauen. Rein rechnerisch hätten diese beiden Fraktionen gemeinsam mit Bürgermeister Heinrich Böckelühr eine Mehrheit im Stadtrat.

Das wollen die einzelnen Fraktionen im Schwerter Rat:

„Die Stadt Schwerte sollte sich ihrer Bedeutung als Kommune mit einem einzigartigen Wasserschutzgebiet wieder bewusster werden. Jetzt bietet sich die einmalige Chance, die besagte Fläche zu erweitern. Diese Chance sollte genutzt werden“, so CDU-Fraktionschef Marco Kordt. Im Einzelnen sei zu überlegen, wie die Fläche renaturiert werden kann - ob Ruhebänken aufgestellt und Streuobstwiesen angelegt werden könnten.

Die Grünen gingen da in ihren Vorstellungen noch weiter. Sie wollen das Gelände zu einer Fläche umwandeln, auf der sich Jugendliche treffen und Kinder spielen können.

Die SPD plädiert weiterhin für eine Nutzung des Geländes. Sie fordert die Stadt auf, planungsrechtliche Voraussetzungen für eine Bebauung zu prüfen, um das Gelände optimal vermarkten zu können. „Um die Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern, sollte jedoch eine Wohn- bzw. Gastronomie- oder Hotelnutzung möglich sein. Einzelhandel sollte weiterhin ausgeschlossen werden“, heißt es im Ratsantrag der Fraktion.

Die Linke setzt auf den Sozialen Wohnungsbau. „Die Entwicklung im sozialen Wohnungsbau in Schwerte ist katastrophal, wir brauchen nicht nur Eigenheime“, so Sprecher Dieter Reichwald.

Den Vorschlag des Freizeitbad-Betreibers Fantasy-Spa will zumindest die WfS nicht komplett verwerfen. Ratsmitglied Jonas Becker wies vor allem auf den hohen Kaufpreis hin. „Wenn man das alles vertraglich so regelt, wie es versprochen ist, sehe ich da eine Chance für die Stadt“, erklärte er. Das Unternehmen hatte angeboten, bei einem Scheitern die Kosten für den Rückbau zu übernehmen.

Auch die FDP will keinem der Vorschläge den Zuschlag erteilen. Zu dicht sei die Bebauung in den GWG-Plänen, zu groß das Verkehrsproblem beim Freizeitbad in dieser Größenordnung. „Einer lockeren Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern würden wir uns aber nicht verschließen“, so Ratsmitglied Renate Goeke. 

User wollen neues Spaßbad

In einer nicht repräsentativen Online-Abstimmung haben wir unsere User gefragt: "Was soll aus dem Ex-FAB-Gelände in Schwerte werden?" Das Ergebnis ist mehr als eindeutig: Über 90 Prozent der rund 2500 abgegebenen Stimmen fielen auf die Antwort "Ein Schwimmbad - auf jeden Fall. Das wäre ein Gewinn für Schwerte."

Wir haben in unsere neue Abstimmung nun auch die Optionen der CDU und der Grünen aufgenommen - stimmen Sie ab!

 

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