Wissenschaftler loben „Rucksack Schulen“ für ihre Sprachförderung

Friedrich-Kayser-Schule

An „Rucksack Schulen“ werden mehrsprachig aufwachsende Kinder mit besonderen Programmen gefördert. Das verbessert ihre Lese- und Schreibkompetenz. Die Friedrich-Kayser-Schule ist dabei.

Schwerte

21.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Landrat Michael Makiolla ist vm Rucksack-Projekt überzeugt.

Landrat Michael Makiolla ist vm Rucksack-Projekt überzeugt. © Kreis Unna

Viele Kinder wachsen mehrsprachig auf – das Wechseln zwischen den Sprachen gehört zu ihrem Lebensalltag. Das Sprachbildungsprogramm „Rucksack Schule“ stärkt Kinder und Eltern bei der Entwicklung dieser Sprachfähigkeiten. Die Schwerter Friedrich-Kayser-Schule macht bei dem Programm mit und hat jetzt von Wissenschaftlern bescheinigt bekommen, dass das Programm nachhaltig etwas bewirkt. Die Studie der Uni Hamburg wurde auf dem Fachtag „Rucksack Schule“ Anfang April in Unna vorgestellt.

„Die Förderung der Mehrsprachigkeit ist ein wichtiger Ansatz. Diese schon in der frühen Kindheit zu fördern, ist eine der zentralen Aufgaben unserer Integrationspolitik. ‚Rucksack Schule‘ leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, lobt Agnes Heuvelmann vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW das Programm.

Mehrsprachigkeit fördern und Chancengerechtigkeit vergrößern

Auch Suat Yilmaz, Leiter der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunaler Integrationszentren, lobt: „Rucksack Schule trägt durch seine Zielsetzung zur Teilhabe und Chancengerechtigkeit maßgebend zur partizipativen Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse bei und entspricht damit auch den Zielsetzungen der Landesregierung.“

Landrat Michael Makiolla ergänzt: „Die Studie hat gezeigt, dass das Rucksackprogramm äußerst effizient ist. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir es im Kreis Unna möglichst flächendeckend und lange fortführen können.“

Das Lob von höchster Stelle kommt nicht von Ungefähr, denn die Universität Hamburg, die das Programm 2015 bis 2018 wissenschaftlich evaluierte, hat festgestellt: „Rucksack Schule fördert die Häufigkeit außerschulischer Leseaktivitäten der Kinder – an Rucksack teilnehmende Familien führen zudem häufiger Literacy-Akvititäten [Lese- und Schreibkompetenz] durch als Familien der Kontrollgruppe.“

Wissenschaftlerinnen haben die „Rucksack Schulen“ vier Jahre lang begleitet

Außerdem seien Vorteile für am Projekt teilnehmende Kinder für die schriftliche Kompetenzentwicklung an mehreren Messzeitpunkten zu erkennen. Um zu diesen Ergebnissen zu kommen, haben die Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Drorit Lengyel und Dr. Vesna Ilic das Programm vier Jahre lang wissenschaftlich begleitet. Dazu haben sie zu verschiedenen Zeitpunkten den Teilnehmern Sprachtests gestellt und sie mit Schülern verglichen, die nicht am Programm teilnahmen (sogenannte Vergleichsgruppe).

Derzeit nehmen 16 Klassen von fünf Schulen mit 112 Eltern und 112 Kindern am Programm „Rucksack Schule“ teil, darunter aus Schwerte die Grundschule von der Eintrachtstraße. Das Programm wird vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Unna koordiniert und die Studie von dort aus auch begleitet.

Während die Wissenschaftlerinnen den Effekt des Programms auch mittelfristig im Auge behalten wollen, werden ihre ersten Forschungsergebnisse demnächst in Düsseldorf präsentiert.

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