Wo die Schichte herkommen

Eine Frage zu Schwerte

Was hat es mit den Schichten in Schwerte auf sich und wo liegt der Ursprung dieses Brauchs? Dazu antwortet Oberschichtmeister Ernst Kunert.

SCHWERTE

von Von Heiko Mühlbauer

, 01.08.2011, 10:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wo die Schichte herkommen

Was hat es mit dem Schwerter Schichtwesen, wie hier in der Altstadt (Schicht 1), auf sich? Oberschichtmeister Ernst Kunert gibt die Antwort.

Die Schichte hatten damals Vertreter im Rat der Stadt und waren dem Gemeinwesen verpflichtet. Dazu gehörte unter anderem der Brandschutz, das Aufbringen der Steuern, die Straßenunterhaltung und die Pflege des Gemeingutes. Die Brandbekämpfung, die Straßenreinigung und die Einhaltung nachbarschaftlicher Pflichten blieben bis ins späte 19. Jahrhundert Aufgaben der Schichte. Seitdem steht mehr die Geselligkeit und nachbarschaftliche Verbundenheit im Mittelpunkt der Schichte. Mitglied waren übrigens zunächst nur Hausbesitzer, die mit einem Fass Bier das Nachbarrecht erwarben. Später wurden auch Mieter zugelassen, die allerdings jährlich einen Obulus entrichten mussten. 1872 entstand das erste Schicht außerhalb der Stadtmauern, das Schicht 11 zwischen Post und Bahnhof.Weil es sich bei Schwerte um eine eher bäuerlich geprägte Gemeinde handelte, traf man sich im Winter am Samstag vor Fastnacht zum Schichtfest. Allerdings nur die Männer, für Frauen gab es eine eigene Veranstaltung. Das Oberschicht ist übrigens eine Erfindung der Neuzeit. Es wurde 1950 von Norbert Kaufholt eingeführt, um das seit Kriegszeiten brach liegende Schichtwesen wieder zu aktivieren. 

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