Wo landet das Inventar der Hennener Hauptschule?

Entrümpelungsaktion

Reste vom Klassenmobiliar und präparierte Vögel türmen sich im Müllcontainer: Die vor drei Jahren geschlossene Hauptschule in Hennen wird leer geräumt. Was mit dem Inventar genau passiert und wie es mit dem Schulgelände weitergeht, erfahren Sie hier.

Hennen

von Reinhard Schmitz, Michael Nickel und Stefanie Masu

, 26.08.2015, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wem gehört das Inventar einer Schule? Das Inventar gehört immer dem Schulträger. Im Fall der Hauptschule Hennen ist das die Stadt Iserlohn.

Was passiert mit Stühlen, Bänken, Tafeln und Karten, wenn eine Schule geschlossen wird? Das vorhandene Inventar wird gesichtet und bewertet. Das ist auch in der Hauptschule Hennen geschehen. Beispielsweise war der Werkraum noch vor wenigen Jahren neu eingerichtet worden. Auch die Computersysteme waren gut ausgestattet, weil sie gleichzeitig für die Fortbildung von Schulleitern im ganzen Kreis genutzt wurden. Das brauchbare Inventar wurde nach und nach auf etwa zehn andere Schulen verteilt, zuletzt noch an die neu gegründete Gesamtschule in Iserlohn. Der Rest wanderte ins Schulmöbellager.

Warum landet einiges im Müllcontainer? Auch defektes oder verunreinigtes Inventar muss bewertet werden, um zu entscheiden, was damit geschehen soll. In der Regel sind diese Gegenstände sehr alt, zudem defekt oder schmutzig. Manchmal sind Reparaturen möglich, aber wenn diese nicht mehr wirtschaftlich sind, müssen auch einmal Gegenstände entsorgt werden.

Warum wurden unbrauchbare Stücke nicht verkauft oder verschenkt? Diese Gegenstände konnte die Schulverwaltung einfach nicht mehr guten Gewissens verschenken oder verkaufen. Deshalb wurde zuletzt Inventar entsorgt, das rund 40 Jahre alt und zudem beschädigt oder verdreckt waren. Die präparierten Vögel hatten beispielsweise vor Jahrzehnten ein ehemaliger Schulleiter angeschafft, der Biologielehrer war. Heute braucht man so etwas nicht mehr im Unterricht.

Was kostet die Entrümpelung der Hauptschule Hennen bisher? Alle Rechnungen für die Aktion liegen zwar noch nicht vor, es wird aber mit Gesamtkosten von rund 4000 Euro gerechnet.

Wie lange war die Hauptschule in Betrieb? Das Gebäude stammt vom Anfang der 1970er-Jahre und ist vom Architekturstil ein Zwilling der Schule an der Ruhr in Ergste, die ursprünglich ebenfalls eine Hauptschule war. Beide wurden vom ehemaligen Amt Ergste errichtet, zu dem Hennen damals gehörte.

Die Ortsvereine Hennen, Rheinen und Rheinermark wünschen sich einen Runden Tisch, um über die Zukunft des Hauptschul-Geländes zu sprechen. Welche Vorstellungen hat die Stadt? Es gibt bei der Stadt noch keine konkreten Vorstellungen zur weiteren Verwendung des Hauptschul-Areals. Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens will die Anregung der Ortsvereine aber aufgreifen und im Herbst zu einem Runden Tisch einladen, um gemeinsam mit den Vereinen Ideen und Vorstellungen für die weitere Verwendung des Geländes zu entwickeln.

Lesen Sie jetzt