Zehnstündige Operation rettete Jungen die Finger

Marienkrankenhaus

Beim Holzspalten waren Kai Zimmermann drei Finger in den Holzspalter geraten und abgetrennt worden. Der 16-Jährige hatte aber Glück: In einer zehnstündigen Operation gelang es den Ärzten, die Finger wieder anzunähen.

SCHWERTE

von Von Reinhard Schmitz

, 05.10.2011, 08:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der 16-jährige Kai Zimmermann kann schon wieder lächeln: Die Finger an seiner linken Hand wachsen nach der OP im Marienkrankenhaus wieder an.

Der 16-jährige Kai Zimmermann kann schon wieder lächeln: Die Finger an seiner linken Hand wachsen nach der OP im Marienkrankenhaus wieder an.

Weil die große Operation allein nicht zu bewältigen war, rief Dr. Henkel ihre beiden Oberarzt-Kollegen Dr. Marcus Großefeld und Dr. Thomas Rohn in die Klinik zurück. Unterstützt von Anästhesisten und Pflegern, kämpften sie bis zum nächsten Morgen um 6.30 Uhr im OP-Saal um die Finger. Unter dem Mikroskop gelang es, die Streck- und Beugesehnen sowie die Nerven und Gefäße wieder zu verbinden. Draht stabilisierte die Knochen. „Bundesweit wäre so ein Eingriff ein Highlight“, lobt Chefarzt Dr. Peter Huber sein Mitarbeiter-Team aus der Plastischen, Ästhetischen und Handchirurgie. Denn mehrere Finger gleichzeitig anzunähen, sei eine Aufgabe, auf die sich nur rund zehn Zentren in Deutschland spezialisiert hätten.

Während Zeige- und Ringfinger sofort gut durchblutet waren, musste nur der Mittelfinger am nächsten Tag noch einmal operiert werden. Dabei wurden zusätzliche Venen vereinigt, damit das Blut besser zurückfließen konnte. Nach Abwarten der ersten kritischen Phase äußern sich die behandelnden Ärzte vorsichtig positiv. „Ziel ist es, dass der Patient mit den Fingern wieder greifen kann“, sagt Dr. Großefeld. Noch ein oder zwei Wochen wird er im Marienkrankenhaus bleiben müssen, wo Vater Peter Zimmermann fast Tag und Nacht am Krankenbett wacht. Er hat sich extra Urlaub genommen. „Die haben hier ’ne tofte Leistung vollbracht“, lobt er. Die Genesungswünsche seiner Mendener Realschule hat ein Klassenkamerad überbracht. Bis Zimmermann wieder mit ihm den Unterricht besuchen kann, ist allerdings Geduld angesagt. Auch wenn der Unfall ihn als Rechtshänder nicht am Schreiben hindert.

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