Zukunft der Garenfelder Privatschule noch ungewiss

Kostenzuschlag soll helfen

Stark gesunkene Schülerzahlen und teure Gebäude-Investitionen machen dem Gymnasium Garenfeld zu schaffen. Bereits Ende Januar funkte der Schulträger SOS an die Bezirksregierung in Arnsberg. Mit einem Kostenzuschlag sollen die Eltern nun mithelfen, die Schule zu retten. Doch noch ist ungewiss, ob es weitergeht.

SCHWERTE

, 03.03.2015, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das traditionsreiche Gymnasium Garenfeld besuchen derzeit 130 Schüler.

Das traditionsreiche Gymnasium Garenfeld besuchen derzeit 130 Schüler.

Der Träger der Garenfelder Privatschule, die „Dr. Hermann und Katharina Hille Stiftung“ hatte sich Ende Januar an die Bezirksregierung in Arnsberg gewandt, wie Behördensprecher Christian Chmel-Menges bestätigte: „Seitens der Stiftung hat man uns mitgeteilt: Wenn sich nicht noch Geldgeber finden, wird es schwierig, den Schulbetrieb über den Sommer hinaus aufrecht zu erhalten.“ Eltern würden Finanzierungsmöglichkeiten suchen.

Kostenzuschlag: 94 Prozent wollen zahlen

Derzeit warte die Bezirksregierung noch ab - so Chmel-Menges - aber wegen der Anmeldefristen an den anderen Schulen dränge die Zeit: „Innerhalb der nächsten Tage muss es zu einer Entscheidung kommen, ob es eine Rettung gibt oder nicht.“ Diese Entscheidung liege beim Schulträger. Arnsberg sei aber vorbereitet für den Fall, dass die Schüler anderswo unterrichtet werden müssten. Der zuständige Dezernent habe mit umliegenden Schulen für den Notfall gesprochen. Den soll die 85-Euro-Sonderabgabe verhindern helfen, bei der Schulleiter Gregor Späte auf ein breites Elternvotum bauen kann. „94 Prozent haben die Verpflichtungserklärung ausgefüllt“, berichtete er. Der Zuschlag werde auf drei Jahre befristet erhoben. Zusätzlich zu den 590 Euro, die der Schulbesuch samt Essen, und Hausaufgabenbegleitung kostet.

Schulleiter: "Klare Ansage, dass es weitergeht"

„Das ist eine klare Ansage, dass es weitergeht“, wertete Späte zudem die Aufnahme neuer Eingangsschüler. Neun Verträge für die künftige Klasse fünf seien bereits unterschrieben, und die Frist laufe noch bis zum 31. März. Damit sei man eine rechtliche Bindung eingegangen. Als Späte sein Amt 2013 antrat, habe er noch 180 Schüler vorgefunden. 2009 verzeichnete die Statistik der Bezirksregierung sogar 233 Gymnasiasten in Garenfeld. Aktuell sind es 130 Jugendliche. Dabei sei zu berücksichtigen, dass 2013 durch die Umstellung auf das Abitur nach zwölf Jahren ein kompletter Jahrgang weggefallen sei, erläutert der Direktor. Außerdem sei 2010 das Internat eingestellt worden: „Da kommt kein Kind mehr beispielsweise aus Duisburg.“

"Spürbarer Aderlass" erschwert Lehrer-Refinanzierung

Der „spürbare Aderlass“ bei den Schülerzahlen mache sich bei der Refinanzierung der Lehrerstellen bemerkbar, so Chmel-Menges. Denn das Land gewährt sogenannten Ersatzschulen Zuschüsse für Lehrer, Schulsekretärin und Hausmeister. Zusätzlich würden 100 Prozent der Lernmittelkosten sowie 94 Prozent der Betriebskosten für Schulgebäude übernommen. „Es gibt einen erheblichen Investitionsstau“, wollte Späte nicht verhehlen. Bis kurz vor ihrem Tode hatte die mit 97 Jahren verstorbene frühere Inhaberin das Gymnasium noch selbst geführt, das teilweise den Charme der 70er-Jahre versprüht. Die Restrukturierung - auch pädagogisch-didaktisch - ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Baulich sind drei Flügel des Internats inzwischen für neue pädagogische Angebote saniert. „Es ist eine Besonderheit, dass jeder Schüler der Sekundarstufe eigens einen Schreibtisch in den Räumlichkeiten für den Nachmittagsbereich hat“, so Späte. Zudem sei eine Lounge für die Oberstufe geschaffen worden.

Förderverein soll bei Finanzierungen mit ins Boot

Bei der Finanzierung weiterer Projekte wie dem Tennisplatz soll der Förderverein mit ins Boot. Im Kuratorium der Stiftung - so Späte - habe ein Wirtschaftsprüfer das Ruder übernommen. Einer der beiden Geschäftsführer werde im Sommer eingespart. „Es ist unsere Absicht, die Tradition in die Zukunft zu führen“, so der Direktor. Er setzt auch auf die rund 6000 Ehemaligen, von denen die Hälfte im Umkreis wohne. Warum sollten die nicht auch ihre Kinder und Enkel nach Garenfeld schicken? Die Lust dazu will man mit einem Ehemaligentreffen am 14. März wecken. 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt