Zum dritten Mal: Telefonkabel in Geisecke durchgeschnitten

GEISECKE Schon wieder haben Kriminelle in Geisecke einen Kabelverzweiger der Telekom aufgebrochen und die Kabel durchgeschnitten - vermutlich, um die Alarmanlagen der Geschäfte lahm zu legen. In 300 Geisecker Haushalten blieben deshalb am Wochenende die Leitungen tot. Die Polizei legte eine Sonderschicht ein.

von Von Reinhard Schmitz

, 09.09.2007, 17:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
2200 Kupferdrähte wurden durchgeschnitten.

2200 Kupferdrähte wurden durchgeschnitten.

Die Brandmelder im „Centro Geisecke“ hatten Alarm geschlagen, ununterbrochen blinkten sie in der Nacht zu Sonntag in der Feuerwache auf, weil Unbekannte erneut die Telefonkabel zu den Geschäften durchgeschnitten hatten.  Bereits vor anderthalb Wochen hatten Unbekannte versucht, auf diese Weise die Alarmanlagen auszuschalten und in mehrere Läden einzubrechen (wir berichteten). Deshalb legten sich Polizisten sofort auf die Lauer, als sie von der Feuerwehr informiert worden waren. Doch vergebens. Von den Tätern gab es die ganze Nacht keine Spur. Allerdings brauchten auch keine Einbrüche festgestellt zu werden.

2200 zerstörte Kupferdrähte mussten wieder verbunden werden

Hauptgeschädigte blieben neben der Telekom vor allem rund 300 Geisecker, deren Anschluss tot blieb. Weder telefonieren noch im Internet surfen konnten sie am arbeitsfreien Sonntag. Aber auch die sieben Mitarbeiter des Reparatur-Trupps mussten auf ihr Wochenende verzichten. Einer von ihnen wurde gar aus dem Urlaub zurückgerufen, um die 2200 zerstörten Kupferdrähte zu sortieren und in der richtigen Reihenfolge zu verbinden. Die Experten arbeiteten mit Hochdruck, um alle Geisecker bis gestern Abend wieder ans Netz zu bringen.

Kasten wurde bereits zum dritten Mal aufgebrochen

„Für uns ist das Sabotage“, stellte ein Mitarbeiter der Unternehmenssicherheit Strafanträge. Bereits zum dritten Mal sei der graue Plastikkasten des Kabelverzweigers Geisecker Talstraße/Kurzer Morgen mit brachialer Gewalt aufgebrochen worden. Um die dicken Kabel durchschneiden zu können, hätten die Täter wohl einen Bolzenschneider oder eine Säge benutzt. Von der 60-Volt-Betriebsspannung in den Drähten ließen sie sich dabei offensichtlich nicht stören. Ingesamt betreibt die Telekom in der Ruhrstadt mehr als 100 solcher Verteiler. Zum Ziel von Kriminellen werden nach den Erfahrungen der Polizei bundesweit vor allem diejenigen Kästen, die in Industriegebieten stehen. Man geht davon aus, dass überregional aktive Tätergruppen am Werk sind.

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