Verlassene Restaurants „Ruhrbrücke“ und „Kreinberg“ werden zu neuen Glanzlichtern

mlzJahresrückblick 2018

In der Gastroszene tat sich einiges: In der früheren „Ruhrbrücke“ kann man nach Totalumbau im Ellinikon griechisch speisen. Im „Kreinberg“ legt Gastronom Carlos mit einem Piratenschiff an.

Schwerte

, 03.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darauf hätte kaum einer in der Ausgehzene auch nur ein paar Trinkgeld-Cents gewettet. Zwei Restaurants, die seit langer Zeit leer vor sich hin standen, schickten sich in diesem Jahr an, zu neuen Glanzlichtern der Gastronomie-Landschaft herausgeputzt zu werden.

Während in der früheren „Ruhrbrücke“ in Villigst unter dem neuen Namen „Ellinikon“ bereits seit August griechische Speisen serviert werden, wird der „Kreinberg“ in Schwerte-Ost gerade zum Erlebnis-Objekt für den Portugiesen „Carlos, der Pirat“ umgebaut.

Endgültig Abschied zu nehmen, hieß es dagegen von Ergstes einstiger Dorfkneipe. Am traditionsreichen Haus Schneider rückte vor wenigen Wochen der Abrissbagger an. Es weicht einem Wohnbauprojekt.

„Ruhrbrücke“ stand wiederholt zur Zwangsversteigerung an

Dieses Schicksal blieb der „Ruhrbrücke“ an der Ecke Letmather-/Villigster Straße erspart, in der 1997 noch Schlagerstars wie Draf Deutscher, Erik Silvester und Peter Orloff bei einer Feier des Hagener Boxpromoters Jürgen Medebach aufgetreten waren. Doch diese schillernden Zeiten waren lange vorbei.

Zuletzt hatte das geschlossene Lokal nur noch Schlagzeilen gemacht, wenn es mal wieder zur Zwangsversteigerung anstand – bis die Gastronomen Fotis Athanasiou und Maria Gaki das Objekt entdeckten und aus dem Dornröschenschlaf rissen. Das Paar, das vorher das „Ariston“ am Bahnhof geführt hatte, erkannte das Potenzial mit der exponierten Lage und dem großen, eigenen Parkplatz.

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Zwei Jahre dauerte der Totalumbau, bei dem im Inneren eigentlich nur die Marmor-Wendeltreppe ins Obergeschoss erhalten blieb, das für geschlossene Gesellschaften hergerichtet wurde. Lichtdurchflutet präsentiert sich darunter das Erdgeschoss, nachdem die Fensteröffnungen vergrößert wurden, um Balkontüren einzusetzen. Durch die gelangen Gäste auf die Terrasse mit weiteren 90 Plätzen.

Carlos‘ dritter Gastro-Standort

Die Inneneinrichtung stammt bis auf das Echtholzparkett aus deutscher Eiche stilecht aus Griechenland und vermittelt das passende Lebensgefühl zu den hellenischen Speisen von Lammfilet mit Rosmarinkartoffeln bis zum Schweinefilet in Pistazienkruste oder den Fisch-Spezialitäten.

Aus 200 bis 300 Jahre alten Eichenbalken baut Tischlermeister Oliver Liebeck im Kreinbergsaal das Segelschiff für den portugiesischen Kult-Gastronomen Carlos. Nicht nur an Bord, sondern auch rechts und links auf den Emporen werden seine Gäste sitzen können.

Aus 200 bis 300 Jahre alten Eichenbalken baut Tischlermeister Oliver Liebeck im Kreinbergsaal das Segelschiff für den portugiesischen Kult-Gastronomen Carlos. Nicht nur an Bord, sondern auch rechts und links auf den Emporen werden seine Gäste sitzen können. © Reinhard Schmitz

Portugiesische Küche wird die Gäste künftig im Haus Kreinberg verwöhnen. Dass der Dortmunder Kult-Gastronom Carlos Couto an der Lichtendorfer Straße seinen mittlerweile dritten Standort eröffnen will, ist dem Saalanbau zu verdanken. Unter seiner acht Meter hohen Decke lässt sich ein Segelschiff bauen, auf dessen Deck und der angrenzenden Hafen-Pier die Gäste künftig tafeln können.

Segel, Galionsfigur und viele Details machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

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Zwei Jahre lang hatte die Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft (EWG) im Stillen an dem Vorhaben gefeilt, nachdem das langjährige Wirtepaar des Kreinbergs in den Ruhestand verabschiedet worden war. Im Dezember wurde die Unterzeichnung des Mietvertrags mit Carlos Couto offiziell bekannt gegeben. Die Eröffnung ist – so EWG-Vorstand Marcus Droll – nach derzeitigem Stand noch vor Ostern geplant.

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