An der Außenwand der Apotheke hat Marc Hübner ein Fieberthermometer angebracht. Hier können die Kunden vor Betreten der Apotheke die Körpertemperatur messen. © Heiko Mühlbauer
Covid-19

Zweiter Eingang für FFP2-Masken: Apotheke in Zeiten von Corona

Mit Luftfilter, Infrarotthermometer und einer Ampel am Eingang wird an der Rosen-Apotheke auf Corona reagiert. Doch ab Dienstag wird alles noch mal anders, wenn die FFP2-Masken kommen.

Freitagsvormittag: Die Menschen stehen in einer Schlange geduldig an der Apotheke an. Doch es geht fix: Eine Ampel in der Tür zeigt an, wenn man die Rosen-Apotheke betreten darf. Vier Kunden sind es derzeit.

Im Vorraum brummt leise der Trotec V+. Ein Kühlschrank-großer Kasten, der nicht nur sieben bis 14 Mal pro Stunde die gesamte Luft in der Apotheke umwälzt und durch einen Filter schickt, sondern sich auch nachts auf 100 Grad erhitzt und alle Viren und Bakterien abtötet. Das 5000 Euro teure Gerät gilt als einer der wenigen Luftreiniger, die wirklich helfen.

Der Trotec V+ wälzt die Luft in der Apotheke bis zu 14 Mal in der Stunde um und filtert sie.
Der Trotec V+ wälzt die Luft in der Apotheke bis zu 14 Mal in der Stunde um und filtert sie. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Am Anfang selbst genähte Masken

Es hat sich viel getan die den Apotheken seit Beginn der Pandemie. „Am Anfang hatten wir noch Masken, die wir uns nach der Anleitung der Essener Feuerwehr selbst geschneidert haben“, erzählt Apothekerin Claudia Hübner. Mittlerweile haben sich die Schutzmaßnahmen professionalisiert.

Neueste Errungenschaft ist ein fest an der Wand vor der Eingangstür montiertes Fieberthermometer. Der Kunde stellt sich davor und sieht seine Körpertemperatur auf einem großen Display. Allerdings wartet man jetzt auf eine Batterie für das Gerät, die soll eigentlich schnell aus Übersee geliefert werden.

Wer Fieber oder Temperatur hat, soll die Apotheke natürlich telefonisch informieren und den Lieferdienst nutzen. Beratung ist über das Internet oder telefonisch möglich, wer will kann danach seine Medikamente auch aus einer Abholbox abholen. 1500 Botendienste habe man in diesem Jahr schon erledigt, sagt Marc Hübner.

Apotheken verkaufen weniger Hustensaft und Schleimlöser während der Pandemie.
Apotheken verkaufen weniger Hustensaft und Schleimlöser während der Pandemie. © Heiko Mühlbauer (Symbolbild) © Heiko Mühlbauer (Symbolbild)

Über 15.000 FFP2-Masken müssen verteilt werden

Während anderswo im Handel derzeit die Schließung droht, sieht es in den Apotheken anders aus. Hier hat man eher Angst, dass am Dienstag (15.12.) zu viele Kunden vor der Tür stehen. „Ich habe das mal durchgerechnet“, sagt Claudia Hübner. In Schwerte gibt es 15.000 Menschen, die älter sind als 60. Wenn alleine die ihre Masken abholen, gibt es an den Apotheken ein Chaos. Die chronisch Kranken sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

Vier Kunden sind im Verkaufsraum erlaubt. Ist diese Zahl erreicht, schaltet die Ampel auf rot.
Vier Kunden sind im Verkaufsraum erlaubt. Ist diese Zahl erreicht, schaltet die Ampel auf rot. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Telefon klingelt ständig

Seit der Bekanntgabe des Gesundheitsministers, dass man sich Ältere und Risikopatienten kostenlos FFP2-Masken in den Apotheken abholen können, klingelt auch in Holzen ständig das Telefon. „Können Sie mir eine Maske zurücklegen?“ So die häufige Frage. Doch so funktioniert das System eben nicht.

Ab Dienstag soll es an der Rosen-Apotheke zwei Eingänge geben. Einen für die Kunden, die ein Rezept einlösen oder eine Beratung brauchen und einen für die Masken. „Wenn dann tatsächlich alle Maskenkunden gleich am ersten Tag kommen, müssen sie Geduld mitbringen.“

Vier Kunden sind im Verkaufsraum erlaubt. Ist diese Zahl erreicht, schaltet die Ampel auf rot.
Vier Kunden sind im Verkaufsraum erlaubt. Ist diese Zahl erreicht, schaltet die Ampel auf rot. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Maske nicht waschen oder in den Backofen

Übrigens die FFP2-Maske kostet aktuell vier Euro und sie sollte weder im Backofen desinfiziert, noch gewaschen oder anderweitig gereinigt werden, betont Claudia Hübner. Das sei nun mal ein Einwegprodukt. Nach acht Stunden Gebrauch müsse man die Maske wechseln.

Das sollte aber bei Risikopatienten eine Woche reichen. Denn die sollen schließlich nicht den ganzen Tag unter Menschen gehen. Die Maske ist nur für den Weg zu Einkauf gedacht, erklärt die Apothekerin.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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