Im zweiten Teil unserer Reihe schauen wir uns die Ballermänner der weiteren vier Mannschaften aus der Region an. © Nico Ebmeier
Fußball

Die Ballermänner der letzten 10 Jahre (2): Vier Mannschaften packen die Neunziger

In unserer Reihe schauen wir uns das Abschneiden der heimischen Teams in den vergangenen zehn Jahren an. Viele Tore reichten dabei oft zum Aufstieg, zwei Mal jedoch nicht.

Nur der PSV Bork schaffte es in den vergangenen zehn Jahren, die magische Marke von 100 Toren zu übertreffen. Das Ganze sogar zweimal in Serie und trotzdem stand am Ende nicht der erhoffte Bezirksliga-Aufstieg zu Buche. Die restlichen vier Teams der Region kennen dieses Gefühl ebenfalls, auch wenn nie wieder eine dreistellige Trefferanzahl erreicht wurde.

SV Südkirchen knackt einmal die 70er-Marke

Für den aktuellen B-Ligisten SV Südkirchen verliefen die vergangenen zehn Jahre dabei nicht so richtig nach Plan. Nachdem man 2012 noch in der Bezirksliga kickte, trainiert Michael Luppus sein Team nun nur noch im Kreisunterhaus. Anders als erwartet sieht man diese Misere in den Torstatistiken allerdings nicht. Nach dem Abstieg in die Kreisliga A knackte der SVS gar regelmäßig die 40-Tore-Marke und konnte in der Spielzeit 2013/14 sogar 71 Mal jubeln.

Auch in den vergangenen Jahren und nach dem Rückzug in die B-Liga funktionierte der Südkirchener Angriff eigentlich stets wie erhofft und in der Saison 2017/18 wurde mit 78 Treffern sogar der Bestwert der vergangenen Jahre erreicht. In den vom Corona-Virus gestoppten Saisons traf der B-Ligist dazu im Schnitt weit mehr als zwei Mal pro Partie – ein Durchschnitt mit dem normalerweise Aufstiege gefeiert werden könnten.

Rekordsaison des FC Nordkirchen reicht nicht zum Aufstieg

Beim Gemeinde-Nachbarn aus Nordkirchen steht wenig überraschend eine Spielzeit ganz oben in dieser Liste – die Rekordsaison 2018/2019. Starke 91 Treffer erzielte der FCN unter Issam Jaber in 28 Spielen und konnte doch nicht den Gang in die Landesliga feiern. Spitzenreiter Bövinghausen traf damals übrigens sogar noch vier Mal häufiger. Noch kurioser verlief die Saison 2012/13 als die Nordkirchener ganze 85 Mal jubeln durften und dennoch über 30 Punkte hinter Aufsteiger Brackel standen.

Doch auch abgesehen von diesen beiden Ausreißen hat der Bezirksligist immer konstant Spaß am Toreschießen gehabt. Nur zwischen 2015 und 2017 lag die Torquote der Nordkirchener unter zwei Treffer pro Partie und so hielt sich der FCN immer wieder im höheren Tabellenmittelfeld auf. Dreimal knackten Teams sogar die Marke von 70 Toren.

SuS Olfen mit Fahrstuhl-Jahren

Die mit Abstand ereignisreichsten Jahren in letzter Zeit erlebte der SuS Olfen. Drei Meistertitel, zwei Aufstiege und ein Abstieg stehen seit 2012 zu Buche. Ähnlich wechselhaft ist dennoch auch die Statistik der Torjäger an der Hoddenstraße. Den ersten Tor-Höhepunkt gab es dabei in der Saison 2013/14: 93 Mal trag der SuS das gegnerische Tor und wurde verdient A-Liga-Meister. Nur in der Relegation stotterte die Offensive ein wenig und so reichte es gegen Epe nicht zum Aufstieg. Kurioser Weise erzielten die Olfener ein Jahr später genau die gleiche Anzahl an Treffern. Wieder reichten 93 Tore zum Meistertitel – und diesmal auch zum Aufstieg.

In den beiden folgenden Bezirksliga-Jahren funktionierte der SuS-Angriff dafür dann nahezu überhaupt nicht. 41 Treffer in 30 Spielen in der ersten Spielzeit und 40 in 28 lautete die eher magere Bilanz, die dann auch zum Abstieg in die Kreisliga A führte, wo die Offensive dann aber zu seiner alten Stärke wieder fand. Zwei Saisons mit über 70 Schüssen in die Tore der Gegner reichten 2019 zum umjubelten Wiederaufstieg. Nun geht es also für Neu-Coach Patrick Linnemann darum, im dritten Bezirksliga-Jahr irgendwie den Sturm seiner Mannschaft zu beleben, damit endlich Konstanz an der Hoddenstraße einkehrt.

SG Selms Sahnejahr führte zum Aufstieg

Dass allerdings auch ein paar Tore mehr nicht unbedingt zu ruhigen Tabellengewässern führen, zeigte die SG Selm in der Saison 2017/18. Eigentlich akzeptable 44 eigene Treffer reichten wegen einer desaströsen Defensive in der ausgeglichenen Kreisliga A2 nicht zum Klassenerhalt. Gerade aber auch deshalb, weil in den beiden Relegationsspielen gegen Hoetmar und Hohenholte insgesamt nur ein einziger Ball den Weg ins gegnerische Tor fand. In den Spielzeiten zuvor stand der A-Ligist dabei eigentlich durchgehend für starken Offensivfußball. 75, 77, 68 und 59 lauteten die sehenswerten Torstatistiken zwischen 2014 und 2017.

Nach dem doch überraschenden Abstieg ins Kreisunterhaus, zeigten die Selmer dann aber der B-Liga, wie gut ihre Offensive weiterhin zu sein scheint. 91 Buden schoss die Mannschaft von Ex-Coach Deniz Sahin und ließ am Wiederaufstieg mal so überhaupt keine Zweifel walten.

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Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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