Jens Althoff auf seiner Enduro beim ADAC-Rallye-Cup in Itterbeck. © Privat
Motorsport

Ein echtes Horror-Jahr endet für Jens Althoff ohne einen einzigen Wettkampf

Zwei Verletzungen, große finanzielle Investitionen und das Corona-Virus. 2020 war für Enduro-Fahrer Jens Althoff ein Jahr zum Vergessen. Jetzt soll aber alles besser werden.

Wer sich die letzten fünf Jahre für den Motorsportler Jens Althoff einmal anschaut, bekommt einen echten Schauer. Seit 2016 fuhr der Enduro-Meister nur eine einzige Saison über die volle Distanz. In diesem Jahr wollte er nach seinem Comeback 2019 wieder voll angreifen, doch daraus wurde nichts.

„Ja, es war wirklich ein Jahr, wie man es keinem Anderen wünscht“, antwortete Jens Althoff auf die Frage, wie er auf 2020 zurück schauen wird. „Erst konnte ich verletzungsbedingt nicht in die Saison starten, dann kam Corona und als dann endlich wieder ging, hätte es sich für mich einfach nicht mehr gelohnt.“

Der Sportler des MSC Bork fährt auf seiner Enduro um die deutsche ADAC-Meisterschaft – zumindest normalerweise. Schon in den Saisons 2016 bis 2018 kam es erst gar nicht dazu: 2016 machte er eine private Pause, 2017 hatte er einen Dienstunfall, 2018 wollte seine geliebte Renn-Maschine nicht so wie Althoff.

Also wurde alles auf sein Comeback 2019 und das Jahr 2020 gesetzt, doch auch in diesem Jahr verfolgte ihn das Unglück.

„Mich hemmte zum Jahresbeginn ein Muskelfaserriss und später noch eine Verletzung am Schienbeinkopf. Ich hätte dann natürlich nach der Corona-Pause wieder einsteigen können, aber das lohnt sich einfach nicht“, so der Selmer. In der deutschen Meisterschaft möchte Althoff nämlich wenigstens um den Gesamtsieg mitfahren und dazu hatte er nach vielen verpassten Wettbewerben in der ersten Saisonhälfte keine Chance mehr.

„Der Gesamtsieg ist deutlich lukrativer“

„Es ist einfach deutlich lukrativer, um den Gesamtsieg zu kämpfen als nur hier und da einen Einzelwettbewerb zu gewinnen“, denn auch finanziell kam auf Althoff in 2020 Einiges zu. „Allein die Lizenz für die Meisterschaft kostet etwa 200 Euro. Dazu brauchte meine Maschine ein neues Fahrwerk. Das kostete dann auch etwa 2500 Euro.“ Was sich Nicht-Motorsportverrückte unter dem Enduro-Sport vorstellen können, kann Jens Althoff besonders gut beschreiben: „Im Prinzip ist es ein klassischer Geländesport, der um 1900 herum seinen Ursprung beschreiben. Damals ging es darum, das zuverlässigste Motorrad für jeden Untergrund zu bauen und dann auch noch am Schnellsten zu sein. Mittlerweile sind alle Maschinen sehr zuverlässig und es geht nur noch um den besten Fahrer.“

Ein normaler Wettbewerb läuft dann wie folgt ab: Die Fahrer müssen schnellstmöglich eine vorgegebene Strecke von 60 bis 80 Kilometer absolvieren, in denen es jeweils zwischendurch zwei bis drei Enduro-Sonderprüfungen gibt. Darin müssen dann besonders geländige oder schwierige Abschnitte in einer gewissen Zeit durchfahren werden. Das mache den Sport für Jens Althoff eben auch so spannend. „Ich war noch nie ein Fan von der Formel 1 oder auch der MotoGP. Der Start ist da vielleicht noch ganz interessant und dann fahren sie zwei Stunden im Kreis. Bei uns kann in jeder Sekunde etwas passieren. Jede Runde ist anders“

Doch schon seit einigen Jahren hat sich der Motorsportler des MSC Bork neben den Enduro-Wettbewerben noch ein zweites Standbein aufgebaut. Er bietet sowohl in Schleswig-Holstein als auch im Baltikum Motorrad-Touren an, doch auch diese konnten natürlich 2020 kaum stattfinden.

In diesem Jahr machte Jens Althoff nur eine einzige Tour

„Ich hatte in Schleswig-Holstein nur eine einzige Tour in diesem Jahr, aber die war richtig gut. Die Leute sind immer ganz begeistert, dass es da so tolle und kurvenreiche Strecken gibt. Eigentlich denken ja immer alle, im Norden geht es nur geradeaus. Aber nach meiner Tour fragen sie meistens, wann wir endlich wieder geradeaus fahren können“, erzählt Althoff und lacht.

Aufgrund der aktuellen Lage fand dafür aber nicht eine einzige Litauen/Lettland-Tour statt. „Ich hatte eine Buchung von einer Schweizer Gruppe, aber die zeigten sich von Beginn an etwas ängstlich, also habe ich es relativ schnell abgesagt. Wir wollen das nun im kommenden Jahr machen“, sagt der Selmer.

Im kommenden Jahr hat der Enduro-Fahrer nun Einiges vor: „Also zuerst möchte ich natürlich um die Gesamtwertung in der deutschen Meisterschaft mitfahren. Das wird allerdings sehr schwierig, weil ich schon gehört habe, dass im nächsten Jahr auch ein paar Ex-Europameister bei uns mitfahren werden. Aber mal gucken, was da geht. Außerdem hoffe ich noch auf ein paar Touren-Buchungen. Bisher haben sich nur die Schweizer für Litauen/Lettland gemeldet.“ Wer sich für eine „unvergessliche Tour“, wie er es selbst beschreibt, anmelden möchte, kann dies auf seiner Homepage „ja-moto.de“ machen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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