Beim PSV Bork hat ein Spieler den Spitznamen „Alaba“. © picture alliance/dpa/epa/Pool
Fußball

„Haben viel vor“: Wie ein 19-jähriger David Alaba den PSV Bork durcheinander wirbelt

Sein Trainer Sanmi Ojo kommt aus dem Loben gar nicht mehr raus und der 19-Jährige Borker selbst übernahm zuletzt sogar zwei Mal die Kapitänsbinde. Kein Wunder, schließlich spielt er auch wie ein Bayern-Star.

Beim österreichischen Fußball-Bundesligisten Austria Wien saß David Alaba das erste Mal mit 15 auf der Ersatzbank. Mittlerweile gehört er zweifellos zu den besten Linksverteidigern der Welt und hat wahrscheinlich auch längst finanziell ausgesorgt. Ganz so ist es beim Linksverteidiger des PSV Bork nicht, auch wenn es sonst große Parallelen gibt.

David Irenus Ogechi Onweni heißt der Borker Linksfuß mit kompletten Namen, gerufen wird er aber einfach David, Don oder eben Alaba. Kein Wunder, denn zwischen ihm und dem österreichischen Star gibt es nicht nur ein paar Ähnlichkeiten. „David Alaba war seit ich klein bin mein großes Idol. Nicht nur, weil es so gut spielt, sondern auch weil wir beide Linksfüße und Linksverteidiger sind. Außerdem sind er und ich zum Teil Nigerianer“, erklärt der 19-jähriger Borker, dessen Vater aus Afrika stammt.

David Onweni trug schon zwei Mal die Kapitänsbinde. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Schon im letzten Jahr, damals noch als A-Jugendlicher, war David Onweni eine feste Größe unter Marco Logemann beim Kreisligisten. In diesem Jahr ist er dann endgültig angekommen und durfte schon nach wenigen Spielen die Kapitänsbinde übernehmen. „Das war irgendwie alles ganz komisch. Unser erster Kapitän, Pascal Zander, war verletzt, unser zweiter Kapitän in den Flitterwochen und dann hat mir Ojo einfach die Binde gegeben“, so der „Alaba“. Doch dieser Schritt verwunderte überhaupt nicht.

David Onweni ist schon seit den Minikicker PSVer und übernimmt in dieser Saison immer wieder organisatorische Aufgaben in Bork, ist erster Ansprechpartner für junge Spieler – wie ein Kapitän eben. „Ich find es super wichtig, dass auch junge Spieler jemanden haben, zu dem sie kommen können, wenn irgendwas nicht passt. Ich kenne hier im Verein mittlerweile alle und kann dann einfach meistens helfen.“

David Onweni ist Borker durch und durch

Da er schon seit vielen, vielen Jahren Borker ist, hat er natürlich auch die glorreichen Zeiten des PSV hautnah miterlebt. „Das waren unglaubliche Jahre, aber es war von Beginn an klar, dass die guten Spieler alle wechseln werden. Dafür war die Mannschaft einfach zu stark, um Kreisliga A zu spielen. Dass wir natürlich jetzt noch eine Liga tiefer gehen, ist für den Verein doppelt schade. Aber wir machen alles dafür, dass sich das bald ändert“, tönt schon langsam der Aufstiegstraum hervor.

„Wir sind ein sehr junges Team, hatten meist sechs Spieler in der Startelf, die keine 20 Jahre alt waren. Aber wir sind sehr talentiert und wenn es in diesem Jahr noch nichts mit dem Aufstieg wird, wird das sicher in ein oder zwei Saisons kommen. Ich glaube, dass dieser große Umbruch dem Verein sehr gut getan hat“, meint der Management-Student aus Bochum, der aktuell seinen halben Tag mit studieren und den halben Tag mit arbeiten verbringt und kaum abwarten kann, bis es wieder auf den Platz geht.

„Es jucken natürlich die Füße. Man will unbedingt zurück aufs Feld. Aber ich glaube, dass es noch etwas dauern wird. Wenn die Fallzahlen weiter so steigen, gibt es einfach wichtigere Dinge als Kreisligafußball, auch wenn ich der Erste wäre, der wieder einen Ball am Fuß hat.“

Sein Trainer Sanmi Ojo kommt auf Nachfrage zu seinem Jungspund aus dem Loben gar nicht mehr heraus: „Er ist wissbegierig, ehrgeizig und zu 200 Prozent zuverlässig. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie er sich in diesem Alter auch schon um so viel Organisatorisches kümmert. Er hat meinen allergrößten Respekt, auch wenn er fußballerisch noch das ein oder andere lernen muss.“ Der Coach spricht sogar von der „Kategorie unersetzbar.“

Ähnlich viel Lob bekommt die ganze Mannschaft aber auch vom Linksverteidiger selbst: „Es macht so Spaß, mit diesem Team zu spielen. Wir haben immer 20 Leute beim Training und sind eine super Mischung aus jungen und alten Spielern. Natürlich gab es auch ein bis zwei Partien, die nicht so gut gelaufen sind, aber im Grunde können wir mit der Saison bisher sehr zufrieden sein.“ Beim Corona-Abbruch stand der PSV in der Kreisliga B2 Unna-Hamm mit neun Zählern aus fünf Spielen auf Tabellenplatz vier.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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