Katharina Zolda gab ihr Amt an der Spitze des Stadtsportverbands Selm ab. © Sebastian Reith
Stadtsportverband

Jung und sportaffin: Stadtsportverband Selm hat ein neues Gesicht an der Spitze

Es gibt frischen Wind im Vorstand des Selmer Stadtsportverbandes. Und der Neuzugang, der in Zukunft die Geschäftsführung übernimmt, überzeugt nicht nur durch langjährige Sportaffinität.

Beim Stadtsportverband in Selm heißt es wieder: Wechsel an der Spitze. Erst vor drei Jahren hatte Katharina Zolda die Geschäftsführung im Dachverband der 25 Selmer Sportvereine übernommen. Nun musste die 32-Jährige aus beruflichen Gründen aufhören. Mit der neu bestimmten Nachfolgerin kommt nicht nur eine ebenfalls junge Frau ins Team rund um den SSV-Vorsitzenden Michael Merten, sondern auch eine Selmerin und Spielerin des PSV Bork.

Hinter Carolin Becker, die im Februar die Geschäftsführung übernommen hat, vereinen sich gleich drei Punkte auf der Anforderungsliste, die sich Merten auf der Suche nach einem Nachfolger zusammengetragen hat. „Die Person sollte in einem Selmer Sportverein und zudem sportlich interessiert sein“, erklärt er. Zudem hat sich der Vorsitzende noch eine junge Person gewünscht, da der SSV-Vorstand sehr alt sei.

Große Leidenschaft ist Fußball

Durch ihre große Leidenschaft, den Fußball, kann Becker hinter den ersten Punkt direkt einen Haken machen. Schon seit sie drei Jahre alt ist, steht sie auf dem Platz, erst lange Zeit für Fortuna Seppenrade und seit der Saison 2020/21 für den PSV Bork. Zwischendurch hat sie sich auch mal im Tanzen und Tennis probiert. „Fußball nimmt aber schon immer den größten Raum ein“, erklärt sie.

Seit der Saison 2020/21 spielt Carolin Becker für den PSV Bork.
Seit der Saison 2020/21 spielt Carolin Becker für den PSV Bork. © Patrick Fleckmann © Patrick Fleckmann

Grundsätzlich sei sie an vielen Sportarten interessiert und verfolgt große Meisterschaften, wie etwa die Handball-WM gerne live im Fernsehen. Und auch ihre Familie ist sportlich versiert. Ihr Onkel, Michael Glöckner, schaffte es sogar bis zum Olympiasieg. 1992 gewann der Bahnradfahrer nämlich im deutschen Vierer die Goldmedaille.

Schwierige Situation im SSV

Mit ihren erst 22 Jahren erfüllt Becker auch den letzten Punkt auf Mertens Liste. Durch den guten Kontakt zwischen ihrer Mutter und Michael Merten, ist sie für den Job im Stadtsportverband angefragt worden. 20 Stunden im Monat kann sich Becker nun selbst einteilen und muss ständig den sportlichen Überblick in Selm und Umgebung behalten. Dahingehen schätzt sie ihre Qualitäten ganz gut ein. „Da ich selbst hier wohne, weiß ich, welche Vereine es gibt und was grundsätzlich angeboten wird.“

Bisher stand für Becker „nur“ das Thema Sportabzeichen und die dementsprechende Verteilung auf dem Plan, die durch Corona nicht wie sonst als Ehrung durchgeführt wurde. Durch den Lockdown und die starken Einschränkungen auch im Breitensport waren weitere Aufgabenverteilungen etwas schwierig. „Carolin ist in einer Phase zu uns gestoßen, in der wir stark gebeutelt und in unserer Tätigkeit sehr eingeschränkt sind“, erklärt Vorstandsvorsitzender Michael Merten.

Er selbst hat versucht alte Dinge, wie das Projekt „Moderne Sportstätten“ zu übernehmen, da eine komplette Einarbeitung zu kompliziert geworden wäre. Grundsätzlich sei das Arbeitsfeld der Geschäftsführung etwas schwer zu beschreiben, da über das Jahr hinweg viele verschiedene Aufgaben anfallen.

Sorge vor dem großen Start

Bevor die 22-Jährige ihren Job im Februar angetreten ist, hatte sie schon ein wenig Bammel. Vor allem weil sie erst in den ersten Besprechungen erfahren hat, dass der Titel „Geschäftsführerin“ lauten wird. „Da kam dann schon die Überforderung und die Angst, ob ich das überhaupt packe“, gibt Becker zu, fügt aber gleich an: „Man wächst aber auch mit seinen Aufgaben.“

Die Arbeit beim Stadtsportverband ist für die junge Selmerin aber nicht hauptamtlich, denn im Moment absolviert sie noch eine Ausbildung zur Ergotherapeutin. Die Verknüpfung der beiden Sachen funktioniere aber sehr gut. Dass in puncto Sport aktuell nichts läuft, komme ihr für das Zeitmanagement natürlich entgegen. Aber Becker ist sich sicher, dass sich der Fußball ebenfalls gut mit dem Beruflichen vereinbaren lässt.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin