Die A-Ligisten der Region haben im Sommer viele neue Leute geholt. © Timo Janisch
Fußball

Kadercheck der A-Ligisten: Unterstreichen die vielen Neuzugänge auch die Ambitionen?

In Cappenberg, Selm und Vinnum übersteigt die Zahl der Zugänge die der Abgänge teils deutlich. Doch sorgt das auch für mehr Qualität auf dem Platz? Wir machen den Kadercheck der A-Ligisten.

Die SG Selm will in der kommenden Saison endlich den Aufstieg in die Bezirksliga anpeilen und auch die Kreisliga-A-Konkurrenz von GS Cappenberg und Westfalia Vinnum hofft auf bessere Spielzeiten als zuletzt. Alle drei Mannschaften haben sich dafür mehrfach verstärkt, aber ob das auch dazu führt, dass die jeweiligen Ziele erreicht werden, ist unsicher.

SG Selm startet den Großangriff

Unter Neu-Coach Mario Rast hat die SG Selm einen echten Aufschwung erlebt. Drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor – und dann kam der Lockdown. Trotzdem ist die Mannschaft vom Sandforter Weg auch in der Zielsetzung eindeutig und möchte in der neuen Spielzeit mindestens mal ganz oben angreifen.

Auch die Transferaktivitäten des ambitionierten A-Ligisten passen dazu, denn gleich sechs neue Spieler stehen bald für Rast auf dem Platz, alle kommen aus der Bezirksliga. Gerade die Ex-Olfener Fabian Konietzni, Sebastian Rast, Felix Schröder und Robin Maikötter gehörten beim SuS zum Stamm-Inventar und werden die Selmer von Beginn an eine Ebene nach oben hieven.

Aber auch die Brüder Kevin und Robin Coerdt sind Verbesserungen für das generell schon starke SG-Team. Einen Wehmutstropfen gab es dennoch: Marcel Dresken verließ die Rast-Truppe beruflich in Richtung Bielefeld. Das Selmer Urgestein gehörte immer zur ersten Elf der Selmer und wird dem A-Ligisten bestimmt fehlen. Für Ersatz ist aber immerhin gesorgt.

Fazit: Mit der SG Selm wird in der kommenden Saison ganz sicher zu rechnen sein.

GS Cappenberg verliert wichtige Stützen

Beim Ortsnachbarn aus Cappenberg dagegen müssen schon ein paar mehr Abstriche gezogen werden. Gerade die Abgänge von Julian Helmus und Jonas Osterkemper schmerzen extrem. Beide waren im Team von Pascal Harder absolute Leistungsträger.

Dass Tim Jesella seine Schuhe an den Nagel hängt und Patrick Rekow in die dritte Mannschaft geht, kommt da eher wie erwartet. Dagegen kommt der GSC mit einer echten Masse an neuen Kickern. Ob das die Klasse eines Osterkempers oder Helmus kompensieren kann, ist zumindest in Frage gestellt.

Gerade von den vorher vereinslosen Daniel Seelbach, Ben Kroll und David Bialas sowie von Alex Griskevic und Dennis Kozlik, die bei Eintracht Werne kaum gespielt haben, ist es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig, etwas Größeres zu erwarten.

Ähnliches gilt für Maik Pohl, der in Wethmars U23 nicht wirklich Stammspieler war und für Eduard Lorenz sowie Mike Zielinski, die in Kamens erster Mannschaft keine echte Rolle spielten.

Fazit: Zumindest stehen ein paar Fragezeichen hinter den Neuzugängen des GSC, aber wenn zwei oder drei Spieler ordentlich einschlagen, dürfte der A-Ligist eine Saison spielen, wie er es sich erhofft.

Westfalia Vinnum verstärkt sich gezielt

Deutlich ruhiger verlief der Transfersommer bei Westfalia Vinnum, was aber nicht bedeutet, dass sich an der Mannschaft qualitativ nichts verändert hat. Im Gegenteil: Die Neuzugänge an der Borker Straße ließen aufhorchen. Lukas Dzierzega bringt Landesliga-Erfahrung mit nach Vinnum und hat trotz seiner Verletzung gezeigt, dass er die A-Liga aufmischen kann. Auch Schlussmann Marcel Müller spielte höherklassig – sogar in der Oberliga beim TuS Haltern.

Ebenso viele Kicker verließen die Westfalia aber mit Khaled Omeirat und David Meyer dann auch. Gerade Ersterer sorgte in der kurzen, vergangenen Saison oft für Lichtblicke und wird dem Team von Neu-Coach Dennis Gerleve fehlen.

Fazit: Die zwei Vinnumer Neuzugänge sind stark, doch es sind eben nur zwei. Sie werden das Team auf ihren Positionen sicher verstärken und müssen dann gucken, ob sie ihre Kollegen mitreißen können.

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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