Borks Spielertrainer Sanmi Ojo musste ansehen, wie sich ein Mannschaftskollege eine schwere Verletzung zuzog. © Henkel
Fußball

Krankenwageneinsatz: „Arm sah aus wie ein Z“ – Kreisliga-Fußballer verletzt sich schwer

Ein Spieler des PSV Bork verletzt sich im Spiel gegen Hemmerde schwer. Er selbst ist über den Anblick seines Arms schockiert, zeigt sich aber gerührt von der Reaktion seiner Mannschaft.

Der 1:0 (0:0)-Sieg des PSV Bork über den TuS Hemmerde geriet völlig zur Nebensache, denn der Schock saß tief. Gerade einmal fünf Minuten lief die Partie in der Fußball-Kreisliga B, als ein Borker Spieler so schwer stürzte, dass er verletzt liegenblieb, ein Krankenwagen kommen musste und das Spiel für etwa 40 Minuten unterbrochen wurde. Danach ging es dennoch weiter, auch wenn das Ergebnis kaum noch interessierte.

Ein hoher Ball sei auf ihn zugekommen, erzählt der gebürtige Kamener Niklas Barnfeld, der vor der Saison vom Dortmunder Klub SV Westrich zum PSV gewechselt ist und aktuell in Lünen wohnt. „Den wollte ich mit dem Kopf in die Mitte spielen und bin dann hochgesprungen. Der Gegenspieler hat mich dann ein bisschen unterlaufen, sodass ich das Gleichgewicht schon in der Luft verloren habe. Dann bin ich auf dem Boden aufgekommen, der Gegner hat auch sein Gleichgewicht verloren und mir dann unabsichtlich auf den Arm getreten, der dann durch war.“

Rettungswagen muss anrücken

Die Bilder, die sich aus der Verletzung ergeben, sind nichts für schwache Nerven. „Der Arm sah aus wie ein Z“, berichtet PSV-Trainer Sanmi Ojo. Auch bei Barnfeld macht sich Entsetzen breit. „Ich habe den abstehenden Knochen gesehen und vor Schock geschrien. Ich habe sofort gerufen, dass ein Rettungswagen gerufen werden soll.“

Niklas Barnfeld verletzte sich schwer im Spiel des PSV Bork vom Sonntag.
Niklas Barnfeld verletzte sich schwer im Spiel des PSV Bork vom Sonntag. © Henkel © Henkel

Dieser wird gerufen und bringt Barnfeld ins Krankenhaus. Dort wird festgestellt, dass Elle und Speiche gebrochen sind. Der Offensivmann wird noch am Sonntag notoperiert. In den Arm werden zwei Platten eingesetzt. So erspart sich Barnfeld immerhin einen Gips.

Noch in der Notaufnahme sind die Gedanken Barnfelds aber schon wieder bei seiner Mannschaft. Während er im Behandlungszimmer der Notaufnahme sitzt, verfolgt der 26-Jährige den Liveticker zur Partie seiner Borker in Hemmerde.

Während Niklas Barnfeld in der Notaufnahme wartete, verfolgte er das Spiel des PSV Bork im Liveticker.
Während Niklas Barnfeld in der Notaufnahme wartete, verfolgte er das Spiel des PSV Bork im Liveticker. © Barnfeld © Barnfeld

Nach dem Spiel halten die Spieler des PSV Borks die Trikots mit den Nummern 2 und 8 hoch, die zusammen die 28 von Barnfeld ergeben. Der Polizist bekommt davon aber erst einmal nichts mit. „Ich musste mein Handy abgeben und habe es erst nach dem Aufwachen wiederbekommen“, erzählt er. „Dann habe ich bei einigen im WhatsApp-Status und bei Instagram diese Geste gesehen. Ich fand das sehr rührend.“

Doch nicht nur seine Mannschaft denkt an Barnfeld. „Unzählige Genesungswünsche“ habe er erhalten, sagt der 26-Jährige.

Sport wird in den nächsten Wochen für Barnfeld nicht machen dürfen, der Arm darf nicht belastet werden. Immerhin darf er im Lauf der Woche das Krankenhaus wohl verlassen. Die ärztlich verordnete Pause wird aber wohl sechs bis acht Wochen dauern.

Niklas Barnfeld will dem PSV Bork Besuche abstatten

Dennoch macht Barnfeld nicht den Eindruck, als sei er am Boden zerstört. „Das liegt vielleicht an den Schmerzmitteln“, sagt er lachend und fügt ernster hinzu: „Ich kann ja nicht die ganze Zeit Trübsal blasen. Natürlich ist es ärgerlich, weil ich gerade richtig angekommen bin. Und es ist auch wegen der Arbeit scheiße, aber es nützt ja nichts. Ich versuche einfach stärker wiederzukommen.“

Seiner Mannschaft will Barnfeld aber schon bald wieder weiterhelfen. Nicht auf dem Platz, aber als moralische Unterstützung am Spielfeldrand, sobald das sein Gesundheitszustand zulässt. „Ich komme auf jeden Fall vorbei“, kündigt Niklas Barnfeld an.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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