Die Sportart Roundnet wurde in den vergangenen Jahren in den USA immer größer. © dpa
Fitness

Roundnet oder Spikeball: Wie der neue Fitness-Trend die Wiesen unserer Parks erobert

Vor knapp zehn Jahren wurde die Sportart Roundnet erst erfunden und in den vergangenen Sommern auch in Deutschland so richtig populär. Wir erklären, was es mit dem kleinen, gelben Netz auf sich hat.

Wer durch die heimischen Parks schlenderte, mag sich in den vergangenen Jahren zunehmend gewundert haben. Denn seit etwa 2020 häufen sich dort kleine Netze – oft in knalliger gelber Farbe –, um die sich vier Spielerinnen oder Spieler bewegen und dabei einen gelben Ball zwischen sich hin und her spielen. Bei diesem neuen Fitness-Trend handelt sich um die Sportart Roundnet.

Fälschlicherweise wird bei dem kurzatmigen Sport oft von Spikeball gesprochen, aber das liegt nur daran, dass die Spikeball inc. diesen Trend vor knapp zehn Jahren aufleben ließ und die einzig ernst zu nehmende Firma ist, die die ominösen Netze produziert. Trotzdem heißt die Sportart eigentlich Roundnet und ist, spätestens, nachdem bei allen die Corona-Kilos auf der Waage zu sehen waren, immer populärer geworden.

Roundnet ist schnell zu verstehen

Generell ist Roundnet eine sehr einfach und schnell zu verstehende Sportart. Analog zum Volleyball geht es darum, in seinem Team den Ball nach maximal drei Kontakten wieder zum Gegner zu spielen. Diesmal geht es allerdings nicht darum, die Kugel über ein Netz zu pritschen oder zu baggern, sondern den Ball auf das etwa 50 Zentimeter breite Netz zu schmettern. Perfekterweise ist dieser Spike (daher der Name) so stark oder gezielt, dass es das gegnerische Team nicht schafft, den Ball mit maximal drei Kontakten zurück auf das Netz zu bringen. Wie beim Beachvolleyball besteht eine Mannschaft dabei immer aus zwei Spielern.

In seiner Ursprungsform wurde Roundnet für das Spiel am Strand erfunden. Zwischen Sandhügeln und im Schatten des Meers ist es nicht nur besonders anstrengend für Muskeln und Gelenke, sondern auch ein großer Spaß für die ganze Familie und ein Grund, sich mal richtig in den Sand zu werfen.

Mittlerweile hat sich Roundnet zu einem echten Trend entwickelt, der sich vom Strand schnell in die Turnhallen und auf die Parkwiesen ausgebreitet hat. Diese Entwicklung machte den Sport schneller und wettbewerbstauglicher. Gerade auf ebenen Flächen kann eine Runde nun richtig kräftezehrend und auch mal 15 bis 20 Sekunden lang dauern. Das bedeutet Schwerstarbeit für die Füße und Oberschenkel, die in jedem Moment zum Zehn-Meter-Sprint ansetzen könnten, sobald ein guter Schmetterball vom Gegner angeflogen kommt.

Die Welt ist das Spielfeld

Das besonders Spannende am Roundnet ist nämlich, dass es kein festes Spielfeld gibt. Vereinfacht gesagt ist das Spielfeld sogar die ganze Welt. Einzig beim Aufschlag stehen sich alle vier Spieler in jeweils 90 Grad gegenüber und genau 2,13 Meter vom Netz entfernt. Sobald der erste Ball auf dieses geschlagen ist, ist jeder Spieler in seiner Bewegung komplett frei.

Während in der Vergangenheit in den USA längst große Meisterschaften im Roundnet ausgetragen wurden, hat sich der Sport in der jüngeren Vergangenheit längst auch in Deutschland ausgebreitet. Als Vorreiter fungierte dabei von Beginn an die Stadt Köln, die auch den allerersten deutschen Roundnet-Club eröffnete. Mittlerweile gibt es fast 100 davon in der ganzen Republik und ganz aktuell läuft gerade der Deutschland-Cup – das allerersten professionelle deutschlandweite Turnier der Trend-Sportart.

Monopol des Herstellers

Fluch und Segen zugleich ist dabei im Moment noch eben die zu Beginn angesprochene Monopolstellung der Spikeball inc. Die Firma hat die Preise für die Netze nun zwischen 60 und 100 Euro festgesetzt und wird damit auch nicht runtergehen, solange es nicht vernünftige Konkurrenz gibt. Dieser nicht niedrige Preis für den Fitness-Trend sorgt aktuell noch dafür, dass sich Roundnet eben noch nicht komplett auf den Parkwiesen durchgesetzt hat.

Dennoch: Wer etwas für seine Fitness tun will und eher auf kurzen, schnellen Sport als auf langatmige Waldläufe steht, ist beim Trend aus den USA genau auf der richtigen Seite.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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